09 May 2026, 02:30

Pflegenotstand in Österreich: Warum Familien die 24-Stunden-Betreuung nicht mehr bezahlen können

Plakat mit der Aufschrift "28,2 Millionen Amerikaner warten immer noch unter Obamacare und sind unversichert" mit einem Logo unten.

Pflegenotstand in Österreich: Warum Familien die 24-Stunden-Betreuung nicht mehr bezahlen können

Österreichs alternde Bevölkerung und steigende Lebenserwartung belasten das Pflegesystem

Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 84,3 Jahren bei Frauen und 79,8 Jahren bei Männern wächst in Österreich der Bedarf an 24-Stunden-Betreuung. Doch Finanzierungslücken und veraltete Förderregeln drohen, viele Familien ohne erschwingliche Unterstützung zurückzulassen.

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Die Kosten für eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung liegen oft bei über 4.000 Euro pro Monat – für viele Haushalte ohne staatliche Hilfe unerschwinglich. Doch die Einkommensgrenze für volle staatliche Zuschüsse ist seit 2007 bei 2.500 Euro eingefroren. Dieser Schwellenwert entspricht längst nicht mehr den aktuellen Lebenshaltungskosten und lässt Familien mit mittlerem Einkommen weitgehend ohne Unterstützung.

Die ungleiche Verteilung der Mittel verschärft die Situation: Während Pflegeheime jährlich 2,5 Milliarden Euro erhalten, fließen in die 24-Stunden-Betreuung nur 193 Millionen Euro. Aktuell versorgen rund 56.500 Betreuungskräfte etwa 35.000 hilfsbedürftige Menschen. Doch Harald G. Janisch, Vorsitzender des Wiener Fachverbands für Persönliche Beratung und Betreuung, warnt vor einer drohenden Krise. Sowohl Finanzierungsengpässe als auch Personalmangel könnten sich mit steigender Nachfrage weiter verschärfen.

Als Reaktion fordert die Plattform für Persönliche Betreuung eine Ausweitung der staatlichen Zuschüsse, insbesondere für „geteilte Betreuungsmodelle“, bei denen sich mehrere Familien die Kosten teilen. Gleichzeitig setzt die Initiative „Gut leben im Viertel“ auf Prävention. Rechtzeitig zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai gestartet, bietet sie Workshops und Beratung zu Bewegung, Ernährung und psychischer Gesundheit an, um Menschen länger selbstständig zu halten.

Ohne angepasste Fördergelder oder höhere Zuschüsse bleibt die 24-Stunden-Betreuung für viele Österreicher:innen unerreichbar. Die vorgeschlagenen Reformen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung zu verringern und den Zugang zu verbessern. Gleichzeitig sollen präventive Programme durch die Förderung gesünderer Lebensweisen den langfristigen Pflegebedarf senken.

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