Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch Fachkräfte bleiben mobil
Sebastian VoigtAnzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch Fachkräfte bleiben mobil
Rund ein Fünftel der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt pendelt für die Arbeit über die Landesgrenzen hinweg. Neue Zahlen vom Juni 2025 zeigen einen leichten Rückgang sowohl bei den Ein- als auch bei den Auspendlern. Wirtschaftliche Faktoren wie Lohnunterschiede und das Arbeitsplatzangebot treiben diesen Trend weiterhin voran.
Im Juni 2025 reisten etwa 148.000 Einwohner Sachsen-Anhalts in andere Bundesländer zur Arbeit – rund 600 weniger als im Vorjahr. Der Großteil dieser Pendler bestand aus Fachkräften: 83.300 arbeiteten als qualifizierte Spezialisten, 43.900 als Experten und 21.700 in Assistenzfunktionen.
Die häufigsten Ziele waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Wichtige Branchen für diese Beschäftigten waren das verarbeitende Gewerbe, der Einzelhandel und die Kfz-Instandhaltung, Verkehr und Logistik sowie das Baugewerbe. Geringere Löhne in Sachsen-Anhalt, begrenzte lokale Jobmöglichkeiten in spezialisierten Bereichen und die geografische Nähe zu wirtschaftsstärkeren Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg waren maßgebliche Gründe. Zudem hat der strukturelle Wandel in der Industrie viele Arbeitsplätze in benachbarte Bundesländer verlagert.
Gleichzeitig ging auch die Zahl der Einpendler nach Sachsen-Anhalt leicht zurück. Im Juni 2025 arbeiteten dort etwa 75.700 Menschen aus anderen Bundesländern. Die meisten kamen aus Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Zusätzlich pendelten 5.400 Beschäftigte aus dem Ausland in das Bundesland.
Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang beim Pendleraufkommen auf eine schwächere Arbeitsmarktentwicklung in der Region zurück.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen eine leichte, aber spürbare Abnahme des grenzüberschreitenden Pendelns. Wirtschaftliche Ungleichheiten und die Verteilung von Arbeitsplätzen bleiben zentrale Faktoren dafür, wohin Beschäftigte für ihre Arbeit pendeln. Der Trend spiegelt tiefgreifendere Verschiebungen auf den regionalen Arbeitsmärkten und in der industriellen Aktivität wider.