Peaches schockt und begeistert beim Donaufestival mit radikaler Körperkunst
Julian HartmannPeaches schockt und begeistert beim Donaufestival mit radikaler Körperkunst
Peaches rockte das Donaufestival in Krems mit einer schamlosen, kompromisslosen Show – und ließ das Publikum sprachlos zurück. Die 56-jährige Künstlerin, bekannt für ihre provokante Auseinandersetzung mit Sexualität und Identität, bot ein Set voller Trotz und Lebensfreude – komplett mit einem Schamhaar-Toupet, das sie sich über die Brustwarzen klebte, und einem explosiven Bühnenmoment.
Die kanadische Musikerin, die sich selbst als „postmenopausale Queer-Ikone“ bezeichnet, sprengt seit 26 Jahren Grenzen. Ihr Debütalbum erschien im Jahr 2000, doch auch ihr jüngstes Werk „No Lube So Rude“ strahlt dieselbe furchtlose Energie aus. Im Kremser Stadtsaal brüllte sie Texte, die weibliche Körper und Sex mit ungebändigter Begeisterung feiern.
Plötzlich flog ein nicht identifizierbarer Gegenstand auf die kleine Bühne – ein weiterer Beitrag zum chaotischen Charme des Auftritts. Das Publikum reagierte mit einer Mischung aus Schock und Faszination. Ein Mann mittleren Alters stach heraus: Sein Gesichtsausdruck wechselte von weit aufgerissenen Augen zu einem begeisterten Grinsen, je länger die Show dauerte.
Peaches’ Botschaft war unmissverständlich: Ihr Körper, ihre Entscheidungen, ihre Identität gehören einzig und allein ihr. Das Publikum, ob verwirrt oder begeistert, konnte den Blick nicht abwenden, während sie den Raum mit Selbstbewusstsein und Humor dominierte.
Der Auftritt beim Donaufestival unterstrich Peaches’ Ruf, schrille Theatralik mit scharfer Gesellschaftskritik zu verbinden. Ihre Mischung aus Humor, Trotz und unzensierter Feier der Sexualität stellt weiterhin Normen infrage. Für Fans wie Neulinge war die Show eine weitere Erinnerung an ihren anhaltenden Einfluss auf Musik und Kultur.






