23 May 2026, 12:33

Papst Leo XIV. besucht Giftmüll-Opfer in Kampaniens "Land des Feuers"

Papst Leo trifft Familien von Jugendlichen, die durch illegalen Giftmüll in Italiens 'Feuerland' ums Leben kamen

Papst Leo XIV. besucht Giftmüll-Opfer in Kampaniens "Land des Feuers"

Papst Leo XIV. besuchte Acerra in der Nähe von Neapel, um sich mit Familien zu treffen, die seit Jahrzehnten unter illegaler Giftmüllentsorgung leiden. Die Reise fiel kurz vor den elften Jahrestag der Umwelt-Enzyklika Laudato Si’ von Papst Franziskus. Lokale Würdenträger und Tausende Anwohner versammelten sich, um ihn auf seinem Weg zu begrüßen.

Der Pontifex traf sich in der Kathedrale von Acerra mit Angehörigen der Opfer, begleitet von örtlichen Geistlichen. Bischof Antonio Di Donna hatte zuvor geschätzt, dass in der Region innerhalb von 30 Jahren 150 junge Menschen an durch Umweltverschmutzung verursachten Krankheiten gestorben seien. Zudem forderte er den Papst auf, die noch Verantwortlichen für die Verseuchung öffentlich zu verurteilen.

Die einst als Campania felix – das „glückliche Kampanien“ – für ihre fruchtbaren Böden bekannte Region wird heute wegen der flächendeckenden Giftmüllablagerungen als „Land der Feuer“ bezeichnet. Die Krise hat internationale Aufmerksamkeit erregt, insbesondere nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2023, wonach die italienischen Behörden seit 1988 versagt hätten, die Bevölkerung zu schützen. Das Gericht verpflichtete Italien, eine Datenbank einzurichten, um Giftmülldeponien und nachgewiesene Gesundheitsrisiken in den betroffenen Gebieten zu erfassen.

Während seines Besuchs zeigte Papst Leo XIV. seine Solidarität mit den trauernden Familien. Zudem führte er Gespräche mit Bürgermeistern der 90 am stärksten von der Umweltverschmutzung betroffenen Gemeinden.

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Der Besuch des Papstes lenkte die Aufmerksamkeit auf das anhaltende Leid, das Umweltverbrechen in der Region verursachen. Italien muss nun den Forderungen des Gerichts nachkommen und Giftmülldeponien sowie gesundheitliche Folgen dokumentieren. Für die Anwohner bleibt die Krise nach Jahrzehnten der Vernachlässigung bittere Realität.

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