Orbán wirft EU Vertrauensbruch vor – und nutzt nur ein Nokia-Tastenhandy
Charlotte RichterOrbán wirft EU Vertrauensbruch vor – und nutzt nur ein Nokia-Tastenhandy
Laut Medienberichten wurde der ungarische Außenminister Péter Szijjártó während EU-Treffen abgehört. Die Nachricht löste scharfe Reaktionen von Ministerpräsident Viktor Orbán aus, der den Vorfall als schweren Vertrauensbruch verurteilte. Orbán selbst enthüllte unterdessen, dass er moderne Smartphones komplett meidet.
Die Abhörvorwürfe kamen auf, nachdem Berichte behauptet hatten, Szijjártó habe während Sitzungen des Europäischen Rates häufig mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow telefoniert. Orbán bezeichnete die Überwachung als "empörenden Verstoß" und forderte eine lückenlose Aufklärung.
Anders als viele Politiker führt Orbán kein Smartphone mit sich. Stattdessen nutzt er bei hochrangigen Treffen ein einfaches Nokia-Tastenhandy, um die Risiken digitaler Geräte zu umgehen. Die Vorwürfe gegen Szijjártó wies er als "amüsant" zurück und spielte ihre Bedeutung herunter.
Der Fall wirft Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen unter EU-Spitzenpolitikern auf. Während die meisten Minister und Regierungschefs bei Verhandlungen auf Smartphones setzen, sticht Orbáns minimalistischer Ansatz hervor. Noch ist unklar, wer die Abhörmaßnahmen genehmigt hat und wie weit sie reichen.
Mittlerweile läuft eine offizielle Untersuchung des Abhörskandals. Der Vorfall unterstreicht die Spannungen um digitale Sicherheit in der EU-Diplomatie. Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen weiterhin Szijjártós Gespräche mit Lawrow.






