72 Familien in Estepona sitzen wegen Strommangels auf ihren neuen Wohnungen fest
Charlotte Richter72 Familien in Estepona sitzen wegen Strommangels auf ihren neuen Wohnungen fest
Dutzende Familien in Estepona stecken in einer ausweglosen Situation fest: Sie können nicht in ihre neuen Wohnungen im Wohnkomplex Alma einziehen. Das Problem liegt in einer Stromknappheit, die 72 Haushalte ohne dauerhafte Stromversorgung und ohne rechtliche Möglichkeit zurücklässt, ihre Immobilien zu beziehen. Ursprünglich sollten sie bis Sommer 2025 einziehen können – doch dieser Termin ist längst verstrichen, ohne dass eine Lösung in Sicht wäre.
Die Schwierigkeiten begannen früh, als die lokalen Behörden Baugenehmigungen erteilten, ohne zu prüfen, ob das Stromnetz die fertigen Wohnungen überhaupt versorgen könnte. Kern des Problems ist die begrenzte Netzkapazität, die sich durch jahrelange Verzögerungen bei der Modernisierung des Umspannwerks in Benahavís weiter verschärft hat. Trotz wiederholter Versuche lehnte der Energieversorger Endesa alternative Lösungsvorschläge der Stadtverwaltung ab – die Situation ist damit in einer Sackgasse gelandet.
Verärgerte Käufer, die sich mittlerweile in der Vereinigung ADVAE organisiert haben, fordern nun Taten. Sie treffen sich wöchentlich mit Vertretern der Stadt Estepona und haben für den 10. April eine weitere Protestaktion in Málaga angekündigt, um den Druck aufrechtzuerhalten. Die Gruppe hat zudem beantragt, sich als betroffene Partei einem laufenden Gerichtsverfahren anzuschließen.
Unterdessen bietet der Bauträger den Käufern eine vorläufige Lösung an: die Unterzeichnung der Eigentumsurkunden unter strengen Auflagen. Doch diese "Lösung" birgt erhebliche Nachteile – Banken verweigern für diese Wohnungen oft Hypotheken, und die Bewohner dürfen rechtlich trotzdem nicht einziehen. In einem aktuellen Schreiben räumt der Projektentwickler den Käufern bis zum 30. April 2026 Zeit ein, entweder die aktuellen Bedingungen zu akzeptieren oder ihre Verträge zu kündigen – in diesem Fall erhalten sie eine Rückerstattung zuzüglich 3,25 % gesetzlicher Verzugszinsen.
Als Reaktion hat der Stadtrat die Angelegenheit eskaliert und Endesa bei der CNMC, der spanischen Energieregulierungsbehörde, angezeigt. Damit soll der Energieversorger zu einer dauerhaften Lösung des Stromproblems gezwungen werden.
Die Pattsituation lässt die Familien in Unsicherheit zurück – ein konkreter Zeitplan, wann sie endlich in ihre Wohnungen einziehen können, fehlt. Das Angebot des Bauträgers bietet zwar einen begrenzten Ausweg, doch viele Käufer sehen sich mit finanziellen und rechtlichen Hürden konfrontiert. Solange die Netzkapazität nicht erhöht wird oder ein Gerichtsurteil Klärung schafft, bleibt der Alma-Komplex unbewohnbar.






