Opposition streitet über EU-Ukraine-Politik: Wagenknecht und Weidel mit gegensätzlichen Friedensplänen

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Eine Konferenzszene mit Sitzplätzen und einer Bühne, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und -eigentümern stattfindet, mit einem großen Banner und einer Wand im Hintergrund.

Opposition streitet über EU-Ukraine-Politik: Wagenknecht und Weidel mit gegensätzlichen Friedensplänen

Führungspersönlichkeiten der deutschen Oppositionsparteien haben die Haltung der EU im Ukraine-Krieg scharf kritisiert. Sahra Wagenknecht, Gründerin der BSW-Partei, warf Bundeskanzler Friedrich Merz und anderen europäischen Spitzenpolitikern vor, den Konflikt bewusst in die Länge zu ziehen. Unterdessen forderte AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel eine erneute Initiative für Friedensbemühungen vor den anstehenden Gesprächen zwischen Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj.

Wagenknecht verurteilte das jüngste 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket der EU für die Ukraine als "schuldenfinanzierte Kriegsverlängerung", die am Ende die deutschen Steuerzahler tragen müssten. Sie argumentierte, die Verhandlungsposition Kiews habe sich verschlechtert, weil europäische Führungskräfte unrealistische Forderungen stellten. Dazu gehörten dem Vernehmen nach NATO-ähnliche Sicherheitsgarantien, die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte für den Wiederaufbau der Ukraine sowie ein EU-Beitrittsprozess – Bedingungen, die ihrer Meinung nach eine weitere Eskalation riskierten.

Weidel vertrat eine andere Position und plädierte dafür, das Vertrauen zwischen Russland und der Ukraine wiederaufzubauen. Sie wies Vorwürfe zurück, wonach jüngste Äußerungen Wladimir Putins jede Friedensvereinbarung ausschlössen, und betonte, der Dialog bleibe unverzichtbar. Die AfD-Co-Chefin bezeichnete das bevorstehende Treffen zwischen Trump und Selenskyj als "historische Chance", um Verhandlungen neu zu starten. Wagenknecht ging noch weiter und warnte, einige europäische Hauptstädte agierten "völlig realitätsfern". Sie mahnte, dieser Kurs könnte den Konflikt zu einem flächendeckenden europäischen Krieg ausweiten. Weder sie noch Weidel legten konkrete Alternativen zu den bestehenden Friedensbedingungen vor, die unter anderem keine Amnestie für russische Kriegsverbrecher und ein ukrainisches Referendum über Gebietsabtretungen vorsehen. Von Merz, Keir Starmer oder Emmanuel Macron liegen bisher keine öffentlich bekannten direkten Friedensvorschläge für Verhandlungen mit Russland vor. Die Debatte darüber, ob die aktuellen Bedingungen jemals Moskaus Zustimmung finden könnten, dauert an.

Der Streit offenbart tiefe Gräben darüber, wie der Krieg in der Ukraine beendet werden kann. Während Wagenknecht vor finanziellen Belastungen und einer Eskalation warnt, setzt Weidel auf vertrauensbildende Gespräche. Angesichts des geplanten Treffens zwischen Trump und Selenskyj könnten die kommenden Wochen zeigen, ob sich ein neuer diplomatischer Weg abzeichnet.

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