Ontarios Gesundheitsministerin greift Krankenhausverband wegen mangelnder Dankbarkeit an
Sebastian VoigtOntarios Gesundheitsministerin greift Krankenhausverband wegen mangelnder Dankbarkeit an
Ontarios Gesundheitsministerin Sylvia Jones hat den Ontario Hospital Association (OHA) scharf kritisiert, weil dieser die jüngste Erhöhung der Landesmittel nicht ausreichend gewürdigt habe. Der Konflikt entzündete sich, nachdem der OHA auf den Provinzhaushalt nur mit einer knappen Stellungnahme reagiert hatte – obwohl die Krankenhäuser in diesem Jahr zusätzliche 1,1 Milliarden kanadische Dollar erhalten.
Krankenhäuser in der gesamten Provinz stehen weiterhin unter finanziellem Druck: Mehrere Einrichtungen haben in den letzten Monaten Stellenabbau und wachsende Defizite gemeldet.
Jones äußerte ihre Kritik auf der jährlichen Führungskonferenz des OHA, bei der die Teilnahmegebühr pro Person 1.925 kanadische Dollar betrug. Die Veranstaltung im Hotel X auf dem Gelände der Canadian National Exhibition zog Krankenhausmanager und Vorstandsvorsitzende aus ganz Ontario an.
In ihrer Rede verwies die Ministerin auf eine vierprozentige Erhöhung der Krankenhausfinanzierung und hob provinziale Maßnahmen hervor, die zu sinkenden Hospitalisierungsraten geführt hätten. Sie warf dem OHA vor, der Bundesregierung mehr Anerkennung zu zollen als der Provinz – trotz der kürzlichen finanziellen Aufstockung.
Die Kritik löste eine schnelle Reaktion der neudemokratischen Abgeordneten France Gelinas aus, die Jones aufforderte, sich stattdessen auf die Unterstützung notleidender Krankenhäuser zu konzentrieren, anstatt diese anzugreifen. Unterdessen äußerte ein langjähriger Krankenhausmanager im Hintergrund Frustration über die hohen Konferenzgebühren und Mitgliedsbeiträge des OHA – besonders in einer Zeit, in der viele Einrichtungen Personal abbauen müssen.
Die Reaktion des OHA auf den Provinzhaushalt stand in krassem Gegensatz zu seiner ausführlichen Stellungnahme nach der letzten Finanzankündigung der Bundesregierung. Diese Diskrepanz heizte Jones’ Unmut über die Haltung des Verbandes weiter an.
Der Streit unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen der Provinzregierung und den Krankenhausleitungen in Fragen der Finanzierung und Prioritätensetzung. Angesichts von Entlassungen und Defiziten in mehreren Krankenhäusern bleibt der Sektor unter erheblichem finanziellen Druck. Der OHA hat auf Jones’ jüngste Äußerungen bisher noch keine umfassende Antwort gegeben.






