Ohios Gouverneur DeWine lehnt Todesstrafe ab – und spaltet die Politik
Julian HartmannOhios Gouverneur DeWine lehnt Todesstrafe ab – und spaltet die Politik
Ohios Gouverneur Mike DeWine hat eine klare Haltung gegen die Todesstrafe in seinem Bundesstaat bezogen. Der republikanische Politiker und ehemalige Staatsanwalt verhängte 2019 ein Moratorium für Hinrichtungen und vertritt nun die Auffassung, dass die Todesstrafe keine abschreckende Wirkung auf Kriminalität habe.
Seit 1982 haben Gerichte in Ohio 337 Menschen zum Tode verurteilt, doch nur 56 dieser Urteile wurden vollstreckt. Diese geringe Vollstreckungsquote unterstreicht, wie selten die Strafe selbst nach einer Verurteilung tatsächlich angewendet wird.
DeWines Position findet Unterstützung bei verschiedenen Persönlichkeiten. Die demokratische Staatssenatorin Nickie J. Antonio aus Lakewood lobte seine Bemühungen, die Praxis abzuschaffen. Auch Laura Porter, Geschäftsführerin der US-Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe (U.S. Campaign to End the Death Penalty), würdigte den Meinungswandel des Gouverneurs.
Nicht alle politischen Akteure teilen diese Haltung. Vivek Ramaswamy, der republikanische Kandidat für das Gouverneuramt, befürwortet die Todesstrafe in bestimmten Fällen. Dr. Amy Acton, eine demokratische Bewerberin um das gleiche Amt, argumentiert hingegen, dass die Entscheidung über die Todesstrafe nicht allein beim Gouverneur liegen dürfe. Derzeit werden im Parlament von Ohio Gesetzentwürfe zur Abschaffung der Todesstrafe beraten.
Die Debatte über die Todesstrafe in Ohio bleibt kontrovers. Angesichts anstehender Gesetzesvorhaben und unterschiedlicher Meinungen unter den Führungspersönlichkeiten ist die Zukunft der Todesstrafe im Bundesstaat ungewiss. Durch das Moratorium des Gouverneurs sind Hinrichtungen bereits seit mehreren Jahren ausgesetzt.






