OFL wirft Provinz vor: Haushalt ignoriert Arbeiter in Krisenbranchen und soziale Gerechtigkeit
Finn WolfOFL wirft Provinz vor: Haushalt ignoriert Arbeiter in Krisenbranchen und soziale Gerechtigkeit
Ontario Federation of Labour (OFL) kritisiert Provinzhaushalt: Arbeiter in Krisenbranchen werden ignoriert
Die Ontario Federation of Labour (OFL), der Dachverband von 54 Gewerkschaften mit einer Million Mitgliedern, hat den jüngsten Haushalt der Provinz scharf kritisiert. Der Plan setze auf Steuererleichterungen für Unternehmen und private Investitionen, statt öffentliche Dienstleistungen und faire Löhne zu stärken, heißt es in einer Stellungnahme. Laut Laura Walton, Präsidentin der OFL, vertiefen diese Prioritäten die soziale Ungleichheit, anstatt die wirtschaftlichen Herausforderungen anzugehen.
Besonders betroffen sind dem Verband zufolge Branchen wie Automobilbau, Stahl und Rohstoffgewinnung, die im Haushalt kaum Unterstützung erhalten. Statt gezielter Hilfen für diese Sektoren schlägt die Regierung einen 4-Milliarden-Dollar-Investitionsfonds vor – verwaltet von einem privaten Unternehmen. Unklar bleibt jedoch, wie die Mittel kontrolliert werden und welchen Nutzen die Öffentlichkeit davon hat.
Kritik übt die OFL auch an den geplanten Änderungen im Informationsfreiheitsgesetz Ontarios. Die eingeschränkte Transparenz könnte die Rechenschaftspflicht der Regierung untergraben, warnt der Verband. Ein weiteres zentrales Problem ist die Umstrukturierung der Studienförderung, die nach Ansicht der OFL den Zugang zu Hochschulbildung weiter erschweren wird.
Darüber hinaus sieht der Haushalt keine neuen Mittel für bezahlbaren Wohnraum oder Mietzuschüsse vor. Auch im Bildungsbereich wurden die Ausgaben gekürzt – obwohl bereits in der Vergangenheit zu wenig investiert wurde. In ihrer vorläufigen Haushaltsstellungnahme hatte die OFL stattdessen mehr öffentliche Dienstleistungen und bessere Arbeitnehmerrechte gefordert. Diese Vorschläge fanden jedoch kaum Beachtung.
Walton betonte, dass wirtschaftliches Wachstum und öffentliche Investitionen keine Gegensätze sein dürften. Eine starke Wirtschaft brauche gut finanzierte Infrastruktur und faire Löhne – nicht nur Anreize für Unternehmen. "Die Regierung setzt auf eine Politik, die private Interessen über das Wohl der Arbeiter und die Allgemeinheit stellt", so Walton.
Die Kritik der OFL zeigt: In zentralen Bereichen wie Wohnen, Bildung und Arbeitnehmerschutz bleibt der Haushalt hinter den Erwartungen zurück. Ohne klare Auflagen für den 4-Milliarden-Fonds ist ungewiss, wer davon profitieren wird. Der Verband fordert weiterhin Politiken, die Transparenz und soziale Gerechtigkeit vor Profitinteressen stellen.






