NRW-Polizei startet digitale Großoffensive gegen Online-Kriminalität
Sebastian VoigtNRW-Polizei startet digitale Großoffensive gegen Online-Kriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen
Unter dem Namen Digitale Streife baut die Polizei des Landes ihre Fähigkeiten im Bereich Open Source Intelligence (OSINT) massiv aus, um Verdächtige zu ermitteln und politisch motivierte Straftaten zu überwachen. Das Vorhaben umfasst neue Schulungsprogramme, ein wachsendes Expertenteam und eine engere Zusammenarbeit zwischen den regionalen Behörden.
Federführend ist das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf. Fabian Coenen, Leiter der Unterabteilung 22.2, koordiniert dort die OSINT-Ermittlungen mit Fokus auf politisch motivierte Delikte. Sein Team ist von einst zwei Beamten auf 16 Spezialisten angewachsen – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Erst kürzlich kamen zehn weitere Kräfte hinzu, sechs davon direkt in Coenens Einheit.
Mittlerweile unterstützen fast 100 Polizisten aus sechs Staatsschutzbehörden das Projekt. Diese spezialisierten Einheiten greifen vor allem bei dringenden Einsätzen ein, etwa während sich schnell entwickelnder politischer Ereignisse. Das LKA fungiert als zentrale Schaltstelle: Es sorgt für einheitliche Standards, vernetzt die Kräfte und steuert die Öffentlichkeitsarbeit.
Schulungen sind ein zentraler Baustein der Initiative. Marc Restemeyer, 37-jähriger Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP), bereitet sowohl neue LKA-Rekruten als auch Beamte der Digitalen Streife auf ihre Aufgaben vor. Die Kurse vermitteln OSINT-Techniken – etwa das Sammeln und Auswerten öffentlich zugänglicher Daten, vor allem aus sozialen Medien. Bei einer aktuellen Operation spürten die Ermittler so einen gesuchten Influencer auf.
Die Ausweitung der Kapazitäten markiert einen Wandel in der digitalen Ermittlungsarbeit der nordrhein-westfälischen Polizei. Mit mehr geschultem Personal, spezialisierten Einheiten und zentraler Steuerung wollen die Behörden schneller auf Online-Bedrohungen reagieren. Im Mittelpunkt stehen weiterhin politisch motivierte Straftaten und schwerwiegende Fälle, in denen öffentlich verfügbare Daten entscheidende Hinweise liefern können.






