North Carolina scheitert seit 15 Jahren an fairer Arbeitslosenhilfe – Millionenverluste durch Betrug und Fehler
Sebastian VoigtNorth Carolina scheitert seit 15 Jahren an fairer Arbeitslosenhilfe – Millionenverluste durch Betrug und Fehler
Nordcarolina kämpft seit 15 Jahren mit Problemen bei Arbeitslosenunterstützung
In den vergangenen 15 Jahren hatte der US-Bundesstaat North Carolina erhebliche Schwierigkeiten mit der Auszahlung von Arbeitslosenhilfe. Durch betrügerische Überzahlungen entstanden dem Staat Kosten von über 47 Millionen US-Dollar – zurückerstattet wurde davon nur ein Bruchteil. Die Probleme beschränken sich jedoch nicht auf Betrugsfälle, sondern betreffen auch die Pünktlichkeit und Richtigkeit der Auszahlungen.
Seit 2005 belegte North Carolina im US-weiten Vergleich lediglich Platz 41 bei der Geschwindigkeit der Bearbeitung von Arbeitslosenanträgen. Zwischen Juli 2024 und November 2025 trafen Erstzahlungen in 28 Prozent der Fälle verspätet ein. Die Verzögerungen summierten sich auf 12,2 Millionen US-Dollar an verspäteten Leistungen, wobei ein Prüfbericht aus dem Jahr 2024 immerhin eine 28-prozentige Verbesserung der Bearbeitungszeiten feststellte.
Die Quote falscher Auszahlungen liegt in North Carolina seit neun Jahren über dem nationalen Durchschnitt. Zwischen 2021 und 2025 betrug sie 22 Prozent. Hauptgründe für die Überzahlungen waren Fehler bei den Arbeitsuchauflagen, der Berechnung der Bezugsjahreseinkommen sowie bei der Klärung der Trennungsgründe von Beschäftigungsverhältnissen.
Betrug bleibt ein hartnäckiges Problem: Allein durch überhöhte Leistungen entstanden Kosten in Höhe von 47,2 Millionen US-Dollar. Unter Gouverneur Roy Cooper wurden mehr als 8 Millionen US-Dollar an betrügerischen Zahlungen geleistet. Die Division of Employment Security (Arbeitsmarktbehörde des Staates) konnte davon lediglich 12,1 Millionen US-Dollar zurückholen. Obwohl North Carolina im August 2022 einen Bundeszuschuss erhielt, ging das Online-Portal für die Dokumentation der Arbeitssuche erst im Dezember 2025 an den Start.
Nach wie vor ringt der Staat mit der Genauigkeit der Auszahlungen und der Betrugsprävention. Verspätete Leistungen und falsche Bezugsquoten liegen weiterhin über den akzeptablen Werten. Die Rückforderungsbemühungen brachten in den letzten eineinhalb Jahrzehnten weniger als ein Drittel der betrügerisch ausgezahlten Gelder zurück.






