Neues Standard-Rentenprodukt soll Riester-Modell nach 20 Jahren ablösen
Julian HartmannNeues Standard-Rentenprodukt soll Riester-Modell nach 20 Jahren ablösen
Die deutsche Koalitionsregierung hat sich auf die Einführung eines kostengünstigen Standard-Altersvorsorgeprodukts geeinigt, das das veraltete Riester-Modell ersetzen soll. Die neue Basisoption zielt darauf ab, die private Altersvorsorge zu vereinfachen und Anlegern höhere Renditen zu bieten. Behörden und Verbraucherschützer begrüßen die Entscheidung als wichtigen Fortschritt für die private Rente.
Die Christlich Demokratische Union (CDU/CSU) und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) einigten sich nach jahrelangem Druck von Verbraucherorganisationen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte sich seit über einem Jahrzehnt für ein Modell nach schwedischem Vorbild eingesetzt, etwa den AP7-Fonds, der seit 2008 eine durchschnittliche Jahresrendite von 11,5 % erzielt. Durch Verwaltungskosten von nur 0,1–0,2 % fließen im schwedischen System 99 % der Marktrenditen an die Sparer – ein deutlicher Vorteil gegenüber teureren privaten Alternativen.
Das deutsche Standardprodukt wird zentrale Merkmale des schwedischen Modells übernehmen, darunter eine breite Streuung der Anlagen, minimale Verwaltungskosten und Unabhängigkeit von privaten Finanzdienstleistern. Anders als in früheren Entwürfen, bei denen Anbieter eigene Standardprodukte auf Provisionsbasis verkaufen sollten, wird das neue System eine einzige, öffentlich verwaltete Referenzlösung anbieten. Diese Umstellung soll die Kosten senken und die langfristige Performance für Sparer verbessern.
Ramona Pop, Vorstandsvorsitzende des vzbv, bezeichnete die Einigung als "Meilenstein" für Verbraucher. Sie betonte, dass es nun darauf ankomme, das Produkt und den Zugang dazu so einfach wie möglich zu gestalten. Die Regierung hat zugesagt, die Riester-Rente schrittweise abzuschaffen, die Kritiker wegen hoher Gebühren und intransparenter Strukturen seit Langem als unzureichend bewerten.
Das neue Standard-Rentenprodukt soll als Maßstab für private Alternativen dienen und gleichzeitig eine einfache, kostengünstige Sparmöglichkeit bieten. Verbraucherschützer und Politiker werden nun daran arbeiten, das System nutzerfreundlich und breit zugänglich zu gestalten. Die Reform markiert das Ende der Riester-Rente und den Beginn eines effizienteren Ansatzes für die Altersvorsorge.






