Neuer Bericht enthüllt Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Hengsbach und mögliche Vertuschungen
Sebastian VoigtNeuer Bericht enthüllt Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Hengsbach und mögliche Vertuschungen
Ein neuer Zwischenbericht hat Missbrauchsvorwürfe gegen Kardinal Franz Hengsbach aufgedeckt. Forscher stufen vier Fälle von Missbrauch durch ihn als plausibel ein. Die Ermittlungen werden zudem prüfen, ob er bekannte Täter gedeckt hat.
1980 wurde Peter H., ein wegen Kindesmissbrauchs beschuldigter Priester, von Essen nach München versetzt. Kardinal Joseph Ratzinger spielte bei dieser Verlegung eine Rolle. Sechs Jahre später genehmigte Ratzinger trotz der Verurteilung wegen Missbrauchs einen Antrag von Peter H., bei der Messe Traubensaft statt Wein zu verwenden. Der Genehmigungsvermerk trug keine Aktennummer, was auf einen Versuch hindeutet, den Vorgang geheim zu halten.
Ratzinger, der als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre ab 1982 weltweit Missbrauchsberichte erhielt, pflegte eine enge Verbindung zu Hengsbach, insbesondere während ihrer gemeinsamen Zeit in Rom. Bischof Franz-Josef Overbeck, dem die Vorwürfe gegen Hengsbach seit 2011 bekannt sind, hatte die Studie in Auftrag gegeben, nachdem er sie zuvor in einem Bericht unberücksichtigt gelassen hatte.
Der Zwischenbericht bestätigt die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe gegen Hengsbach. Die Untersuchungen werden fortgesetzt, um sein Handeln sowie mögliche Vertuschungen zu bewerten. Die Entscheidung von Bischof Overbeck, die Studie zu finanzieren, markiert einen Wandel im Umgang mit früheren Versäumnissen.
