Nationalgalerie-Preis 2024: Warum alle Nominierten gewinnen – und Cattelan 2026 gefeiert wird

Nationalgalerie-Preis 2024: Warum alle Nominierten gewinnen – und Cattelan 2026 gefeiert wird
Preis der Nationalgalerie Berlin: Neue Wege – von Wettbewerb zu Zusammenarbeit
Der Preis der Nationalgalerie Berlin, der ursprünglich ins Leben gerufen wurde, um junge deutsche Künstler:innen zu fördern, kündigt eine bedeutende Neuerung an: 2024 wird der Preis erstmals an die gesamte Shortlist vergeben – ein Schritt, der Kooperation statt Konkurrenz in den Vordergrund stellt. Parallel laufen die Vorbereitungen für eine große Einzelausstellung in der Neuen Nationalgalerie, die 2026 das einflussreiche Schaffen von Maurizio Cattelan würdigen wird, der in jenem Jahr ausgezeichnet wird.
Ursprünglich als Auszeichnung für visuelle Künstler:innen unter 40 mit Lebensmittelpunkt in Deutschland konzipiert, die alle zwei Jahre verliehen wird, durchläuft der Preis nun einen Wandel. 2024 erhalten alle Nominierten gemeinsam die Ehre – ein Bruch mit der bisherigen Wettbewerbslogik. Diese Veränderung zielt darauf ab, einen kollaborativen Raum zu schaffen, in dem Dialog und Austausch zwischen den ausgewählten Künstler:innen gefördert werden.
Blickt man auf 2026 voraus, steht die Würdigung von Künstler:innen im Fokus, deren Werk die Berliner Kunstszene maßgeblich geprägt hat und zugleich internationale Strahlkraft besitzt. Mit Maurizio Cattelan, einem weltweit etablierten Provokateur der zeitgenössischen Kunst, wurde bereits ein Preisträger bestimmt. Seine erste große Einzelausstellung in Deutschland wird während der Berlin Art Week 2026 in der Neuen Nationalgalerie zu sehen sein und sein vielschichtiges Œuvre in neuem Kontext reflektieren.
Cattelans Verbindung zu Berlin reicht bis zur Mitkuratierung der Berlin Biennale 2006 zurück. Dennoch wirft die Entscheidung, einen bereits arrivierten Künstler auszuzeichnen, Fragen auf – insbesondere vor dem Hintergrund von Kürzungen im Kulturbereich: Wie vereint der Preis die Förderung von Nachwuchstalenten mit der Anerkennung etablierter Positionen?
Der Preis der Nationalgalerie Berlin passt sich an: Weg vom klassischen Wettbewerb, hin zu kollektiver Wertschätzung und der Anerkennung von Künstler:innen, die Berlins Kunstlandschaft geprägt haben – ohne den internationalen Blick zu verlieren. Mit Cattelan als Preisträger 2026 und einer großen Schau in der Neuen Nationalgalerie während der Berlin Art Week setzt die Institution ein Zeichen. Doch die Debatte über die Balance zwischen Förderung und Anerkennung bleibt – ein Spiegel der dynamischen Entwicklungen in der Kunstwelt.

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