Mumbai genehmigt umstrittene Umwidmung von Freiflächen für Wohnungsbau in Oshiwara
Julian HartmannMumbai genehmigt umstrittene Umwidmung von Freiflächen für Wohnungsbau in Oshiwara
Die Brihanmumbai Municipal Corporation (BMC) hat Änderungen an den Flächennutzungsplänen für zwei Grundstücke in Oshiwara, Andheri West, genehmigt. Die Entscheidung betrifft eine Fläche von über 1.400 Quadratmetern und ermöglicht die Umsetzung von Bauprojekten. Derzeit stehen in Mumbai pro Einwohner nur 0,87 Quadratmeter Freifläche zur Verfügung – deutlich weniger als die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen 9 Quadratmeter pro Kopf.
Eines der Grundstücke mit einer Größe von 1.140 Quadratmetern war ursprünglich für öffentliche Einrichtungen vorgesehen, wurde nun aber für den Wohnungsbau umgewidmet. Das andere, ein 297 Quadratmeter großes Freizeitgelände, soll in eine Reservierungsfläche für ein Post- und Telegrafenamt umgewandelt werden.
Das Projekt in Oshiwara ist Teil eines Slum-Sanierungsprogramms. Es zielt darauf ab, Wohnraum für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen zu schaffen und dabei die städtebaulichen Vorschriften einzuhalten. Nach diesen Regelungen müssen in jedem Wohnbauprojekt mindestens 5 Prozent der Fläche für Freiflächen oder öffentliche Einrichtungen reserviert bleiben.
Die Maharashtra Housing and Area Development Authority (MHADA) argumentierte, dass das bestehende Umgestaltungskonzept in Oshiwara bereits wesentliche öffentliche Einrichtungen umfasst, darunter einen Spielplatz, eine kommunale Grundschule und eine weiterführende Schule. Zudem beantragte die Behörde eine Umwidmung des Neville-D’Souza-Fußballplatzes in Bandra, um dort Wohnungsbau zu ermöglichen.
Die genehmigten Änderungen ebnen den Weg für Wohnbauprojekte in Oshiwara. Die vorgeschriebene Freiflächenquote bleibt gemäß den Planungsvorschriften weiterhin bestehen. Die Entscheidung spiegelt die anhaltenden Bemühungen wider, in Mumbai eine Balance zwischen städtischer Entwicklung und dem Bedarf an öffentlichen Einrichtungen zu finden.
