Mitte-Partei will Zivildienst-Regeln verschärfen – Volksabstimmung am 14. Juni
Sebastian VoigtMitte-Partei will Zivildienst-Regeln verschärfen – Volksabstimmung am 14. Juni
Die Schweizer Mitte-Partei unterstützt eine Gesetzesänderung, die die Regeln für den Zivildienst verschärfen soll. Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der immer mehr Männer den Militärdienst verweigern – oft mit Verweis auf Gewissensgründe. Eine Volksabstimmung über das Thema findet am 14. Juni statt, nachdem Gegner eine Referendumsinitiative erzwungen haben.
Nationalrat Martin Candinas, Mitglied der Mitte-Partei aus Graubünden, brachte die Reform auf den Weg. Er argumentiert, dass die aktuellen Gesetze es zu vielen Soldaten ermöglichen, ohne echte moralische Bedenken in den Zivildienst zu wechseln. Das System funktioniere mittlerweile wie ein freiwilliges Wahlprogramm statt als strenge Alternative für Kriegsdienstverweigerer, so Candinas.
Die Delegiertenversammlung der Mitte-Partei in Zug sprach sich deutlich für die Vorlage aus. Von 238 Stimmen unterstützten 219 die Änderung, nur 10 stimmten dagegen, 9 enthielten sich. Bundesrat Martin Pfister, ebenfalls von der Mitte-Partei, warb um Zustimmung, um die Schlagkraft der Armee zu erhalten und sicherzustellen, dass Soldaten ihren Verpflichtungen nachkommen.
Candinas betonte, dass die Reform keine strengeren Prüfungen für Kriegsdienstverweigerer einführe. Vielmehr solle der Zivildienst für diejenigen weniger attraktiv werden, die schlicht nach einer bequemeren Option suchen. Die Jungen Grünen und der Verein Zivildienst haben die Pläne angefochten und damit die landesweite Abstimmung erzwungen.
Aktuelle Zahlen zeigen, dass die Zahl der Zivildienstleistenden 2025 einen Rekord erreichen wird, während die Rekrutierung für den Militärdienst weiter zurückgeht. Die Regierung hofft, mit der Reform diesen Trend umkehren zu können, indem rechtliche Schlupflöcher geschlossen werden.
Die Vorlage wird nun am 14. Juni den Schweizer Stimmbürgern vorgelegt. Bei einer Annahme wird der Wechsel vom Militär- in den Zivildienst erschwert. Die Mitte-Partei hält die Änderung für notwendig, um die Einsatzfähigkeit der Armee zu bewahren und eine gerechtere Erfüllung der Dienstpflichten zu gewährleisten.






