06 May 2026, 22:34

Mississippi-Gericht eröffnet Neuverhandlung im Todesfall Damien Cameron nach Polizeieinsatz

Plakat mit fetter schwarzer Schrift "Wir fordern jetzt ein Ende der Polizeigewalt" auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schwarzen Rand.

Mississippi-Gericht eröffnet Neuverhandlung im Todesfall Damien Cameron nach Polizeieinsatz

Ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Mississippi hat eine zivilrechtliche Klage im Zusammenhang mit dem Tod von Damien Cameron im Jahr 2021 wiederaufgenommen, der bei einem Einsatz mit Beamten der Sheriff-Abteilung von Rankin County ums Leben kam. Mit dem Urteil wird eine frühere Entscheidung aufgehoben, die den Fall unter Berufung auf die staatliche Immunität (sovereign immunity) abgewiesen hatte. Die rechtliche Auseinandersetzung der Familie wird nun zur weiteren Prüfung an das örtliche Landgericht zurückverwiesen.

Damien Cameron war einer von mindestens neun Männern, die seit 2014 bei Einsätzen mit Beamten der Sheriff-Abteilung von Rankin County starben. Sein Tod im Jahr 2021 wurde zunächst 2022 von der staatlichen Rechtsmedizinerin Dr. Staci Turner als „ungeklärt“ eingestuft. Drei unabhängige Pathologen argumentierten später jedoch, der Fall hätte als Tötungsdelikt (homicide) gewertet werden müssen.

Die Familie Cameron verklagte die beteiligten Beamten, doch ein Richter des Landgerichts von Rankin County wies die Klage 2022 unter Verweis auf die staatliche Immunität ab. Das Berufungsgericht von Mississippi verhandelte am 12. November 2022 über den Fall und hob am 7. Februar 2023 die Entscheidung der Vorinstanz auf. Richterin Donna Barnes stellte fest, dass zentrale strittige Tatsachenfragen ungeklärt seien – etwa, ob das Vorgehen der Beamten angemessen war und ob ihnen qualified immunity (eine Form der Amtshaftungsbefreiung) zustehe.

Barnes wies zudem darauf hin, dass das Ausüben von Druck oder Körpergewichtsbelastung auf einen fixierten Verdächtigen in bestimmten Situationen als übermäßige Gewaltgewalt gewertet werden könne. Einer der Beamten, Hunter Elward, verbüßt derzeit eine 20-jährige Haftstrafe für seine Beteiligung an der Folterung zweier schwarzer Männer im Jahr 2023. Zudem hatte er sich in einem separaten Fall des Schlagens eines gefesselten Verdächtigen schuldig bekannt.

Das Berufungsgericht verwies die Klage zurück an das Landgericht von Rankin County und ermöglichte damit die Fortführung der Familienklage. Die Entscheidung bedeutet, dass der Fall der Familie Cameron nun in der unteren Instanz weiterverhandelt wird. Das Urteil des Berufungsgerichts unterstreicht zudem die anhaltende kritische Prüfung des Gewaltgebrauchs durch Beamte der Sheriff-Abteilung von Rankin County. Im Verfahren wird es nun darum gehen, ob ihr Handeln gegen Dienstvorschriften verstieß oder zum Tod Camerons beitrug.

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