Missbrauchsopfer Kerstin Krebs fordert vor der Synode Konsequenzen von der Kirche

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Eine Gruppe von Jungs steht auf einer Bühne und hält Schilde, mit einem Mann in der Mitte, der Licht reflektiert, einem Podium mit einem Mikrofon links daneben, einem Bildschirm und einem schwarzen Vorhang im Hintergrund und verstreuten Papierstücken auf der Bühne.

Missbrauchsopfer: "Gott Hat Mich Nicht Mehr Geliebt" - Missbrauchsopfer Kerstin Krebs fordert vor der Synode Konsequenzen von der Kirche

Kerstin Krebs, Überlebende jahrelangen sexuellen Missbrauchs innerhalb der Evangelisch-lutherischen Kirche, wird am Mittwochmorgen vor der Regional-synode in Hannover sprechen. Trotz ihrer Kritik, die Kirche behandle Betroffene wie ein „System der Isolation“ und verübe „Ablehnung und Verrat“, will sie sich Gehör verschaffen.

Krebs erlitt von ihrer Kindheit bis zur Konfirmation immer wieder sexuelle Gewalt – unter anderem durch einen Pfarrer, einen Mitarbeiter der Sonntagsschule und Familienangehörige. Die Traumata wirken bis heute nach: Sie leidet unter Schmerzen, Schwindel und Taubheitsgefühlen.

Die Synode hat ihr lediglich zehn Minuten Redezeit eingeräumt. In dieser kurzen Zeit will sie Forderungen stellen: Antworten einfordern und eine angemessene Behandlung für sich und andere Betroffene durchsetzen. Doch die Anhörung bleibt unter Ausschluss der Öffentlichkeit – und verwehrt damit Überlebenden die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen.

Krebs übt scharfe Kritik an der Haltung der Kirche: Statt Solidarität erlebten Betroffene oft Skepsis. Die bisherigen Maßnahmen gingen am Kern des Problems vorbei, so ihre Anschuldigung. Die Landeskirche weist die Vorwürfe zurück und verweist auf zahlreiche Schritte zur Verbesserung von Unterstützung und Prävention.

Ihr Auftritt ist der vorläufige Höhepunkt jahrelangen Engagements, in dem sie immer wieder Konsequenzen für die Verantwortlichen gefordert hat. Trotz aller Frustration gibt sie nicht auf – und stellt sich der Institution entgegen, die sie einst zum Schweigen brachte.

Die geschlossene Sitzung und die strikten Zeitvorgaben der Synode verdeutlichen die anhaltenden Spannungen zwischen Betroffenen und Kirchenführung. Krebs’ Aussage wird die Kirche unter Druck setzen, ihr Vorgehen bei Missbrauchsfällen und die Begleitung der Opfer grundlegend zu überdenken.