31 May 2026, 14:32

Mexikos verlorene Generation: Warum jeder fünfte Jugendliche ohne Perspektive bleibt

Mexiko hat einen hohen Anteil junger Menschen, die weder arbeiten noch lernen: OECD; Experten warnen vor Ungleichheit trotz Sozialprogrammen

Mexikos verlorene Generation: Warum jeder fünfte Jugendliche ohne Perspektive bleibt

Mexiko steht vor einer anhaltenden Herausforderung: Das Land verzeichnet eine der höchsten Quoten junger Menschen ohne Schulbildung oder Beschäftigung innerhalb der OECD. Fast jeder fünfte junge Mexikaner ist weder in Ausbildung noch erwerbstätig – fast doppelt so viele wie im OECD-Durchschnitt. Experten warnen, dass das Problem tiefer reicht als bloßer Mangel an Bildungs- oder Arbeitsmöglichkeiten.

Seit Jahren gehört Mexiko zu den OECD-Ländern mit der größten Zahl abgehängter Jugendlicher. Rund 20 Prozent der jungen Menschen sind untätig, vor 2018 lag der Anteil sogar bei fast 24 Prozent. Trotz Bemühungen, seit 2019 Stipendien und Sozialprogramme auszuweiten, hat sich die Situation kaum verbessert.

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Forscherinnen wie Jimena Hernández argumentieren, dass finanzielle Unterstützung allein die Ursachen nicht bekämpft. Viele junge Menschen sehen wenig Anreiz, in der Schule zu bleiben – veraltete Lehrpläne, schlechte Schulbedingungen und begrenzte Zukunftsperspektiven demotivieren sie. Hernández beschreibt das Problem als ein Muster sozialer und wirtschaftlicher Ausgrenzung, nicht nur als Bildungsversagen.

Der Bildungsexperte Fernando Ruiz verweist auf tiefgreifende strukturelle Defizite: informelle Arbeit, ungleiche Chancen und langjährige Bildungslücken halten die Situation seit über einem Jahrzehnt unverändert. Stipendien mögen kurzfristig die finanzielle Not lindern, doch sie schaffen keine echten Anreize für junge Menschen, sich in Bildung oder Beruf zu engagieren.

Der Anteil untätiger Jugendlicher in Mexiko bleibt hartnäckig hoch – trotz politischer Maßnahmen ist kein Fortschritt erkennbar. Solange systemische Probleme wie Ungleichheit, informelle Beschäftigung und Bildungsmängel nicht angegangen werden, wird sich wenig ändern. Die Quote liegt weiterhin deutlich über dem OECD-Schnitt und deutet auf eine langfristige Herausforderung hin.

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