Mexiko-Stadt startet umstrittene WM-Transparenzplattform mit Milliardenbudget
Charlotte RichterMexiko-Stadt startet umstrittene WM-Transparenzplattform mit Milliardenbudget
Die Regierung von Mexiko-Stadt hat eine neue Online-Plattform zur Nachverfolgung der Ausgaben im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft gestartet. Das am 1. Juni 2023 vorgestellte Tool soll es den Bürgern ermöglichen, Details und Kosten der Projekte einzusehen. Transparenzaktivisten haben jedoch bereits Zweifel an dessen Wirksamkeit und Vollständigkeit geäußert.
Bürgermeisterin Clara Brugada präsentierte die Plattform als Instrument, mit dem die Einwohner Informationen zu den WM-Vorbereitungen abrufen können. Sie betonte, dass damit die Rechenschaftspflicht für die Investitionen der Stadt gestärkt werde. Der Sekretär für Verwaltung und Finanzen, Juan Pablo de Botton, bestätigte, dass derzeit über 2.000 Projekte mit einem Gesamtbudget von 23,122 Milliarden Pesos (rund 1,17 Milliarden US-Dollar) umgesetzt werden.
Trotz der Zusicherungen der Regierung haben Experten die Gestaltung und Funktionalität der Plattform kritisiert. Eduardo Bohórquez von Transparency International Mexiko bezeichnete den Schritt zwar als positiv, bemängelte jedoch die Darstellung der Daten und die Benutzerfreundlichkeit. María del Carmen Nava argumentierte, dass das Portal die Standards proaktiver Transparenz nicht erfülle und wichtige Details unklar blieben.
Weitere Fachleute teilten diese Bedenken. Juan Manuel Casanueva wies auf das Fehlen detaillierter Informationen hin und erklärte, dass wesentliche Elemente des Beschaffungswesens nicht aufgeführt seien. Jacqueline Peschard bezeichnete die Transparenz als fragmentiert und kritisierte, dass die Ausgabenkategorien nicht ausreichend erklärt würden. Die Kritiker waren sich einig, dass die Plattform zu spät komme und nicht das Maß an Detailtiefe biete, das für eine wirksame Kontrolle notwendig sei.
Die Transparenzplattform steht nun unter Druck, ihre Mängel zu beheben. Angesichts der Milliardeninvestitionen in WM-Projekte fordern Experten klarere und umfassendere Daten. Die Regierung hat sich bisher nicht zu den konkreten Vorwürfen der Transparenzaktivisten geäußert.






