Merz' Rückkehraussage für Syrer löst Wirtschaftswarnungen aus
Bundeskanzler Friedrich Merzs Prognose, dass 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren werden, stößt auf massive Skepsis. Wirtschaftsexperten warnen, dass ein solcher Exodus die demografischen Herausforderungen verschärfen und der Wirtschaft wichtige Arbeitskräfte entziehen könnte. Offizielle Zahlen zufolge leben derzeit rund 936.000 syrische Staatsbürger in Deutschland, darunter über 700.000 Geflüchtete.
Führende Forschungsinstitute wie das ifo Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) äußerten Zweifel an der Aussage. Timo Wollmershäuser vom ifo Institut betonte, dass die jüngere Zuwanderung den demografischen Rückgang bereits abgebremst habe. Ein massenhafter Wegzug von Syrern würde die Produktionskapazität Deutschlands weiter schwächen.
Geraldine Dany-Knedlik vom DIW teilte diese Bedenken und erklärte, selbst eine teilweise Rückkehr in diesem Ausmaß könnte den Druck auf das ohnehin stagnierende Wirtschaftswachstum erhöhen. Viele Syrer seien mittlerweile in den Arbeitsmarkt integriert – ihr plötzlicher Wegfall würde spürbare wirtschaftliche Rückschläge nach sich ziehen.
Laut Regierungsdaten von 2023 leben die meisten Syrer in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Gerade diese Regionen müssten bei einem größeren Abwanderungsstrom mit erheblichen Arbeitskräftemängeln rechnen.
Ein möglicher Abzug von Hunderttausenden Syrern hätte sowohl demografische als auch wirtschaftliche Folgen. Experten unterstreichen, dass ihre Integration bereits zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beigetragen habe. Ein plötzlicher Rückgang dieser Bevölkerungsgruppe könnte die Wachstumsperspektiven Deutschlands zusätzlich belasten.






