03 April 2026, 16:04

Merz löst mit Rückkehr-Aussage für Syrer politische Empörung aus

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, Lagerland Migration ist kein Verbrechen" vor einem Fenster mit Fenstern, umgeben von Gras, einem Metallzaun, Pflanzen, B├Ąumen und Fahnenmasten unter einem bew├Âlktem Himmel.

Merz löst mit Rückkehr-Aussage für Syrer politische Empörung aus

Bundeskanzler Friedrich Merz löst mit Rückkehr-Aussage für Syrer Empörung aus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit der Ankündigung, 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer könnten innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückkehren, eine Kontroverse ausgelöst. Die Aussage stieß bei Koalitionspartnern und Oppositionspolitikern umgehend auf scharfe Kritik. Gegner bezeichneten das Ziel als unrealistisch und verunsichernd für die bereits in Deutschland lebenden syrischen Geflüchteten.

Merz' Statement deutete auf die Rückführung von etwa 800.000 in Deutschland lebenden Syrern hin. Doch bereits innerhalb von 24 Stunden begann er, sich von der konkreten Zahl zu distanzieren. Das Bundespresseamt korrigierte später seine ursprüngliche Aussage und präzisierte, die 80-Prozent-Marke sei eigentlich ein Wunsch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa gewesen.

Al-Sharaa selbst widersprach dieser Darstellung und erklärte, er habe niemals ein solches Ziel vorgegeben. Später relativierte er seine Position: Rückkehren dürften Syrier nur freiwillig und unter sicheren Bedingungen – erst dann sei eine Rückkehrquote von 80 Prozent der im Ausland lebenden Syrer denkbar. Der SPD-Abgeordnete Ralf Stegner wies die Idee indes als "weltfremd" zurück und verwies auf die anhaltenden Sicherheitsrisiken in Syrien.

Kritik kam auch aus den Reihen von Merz' eigener Koalition. Die Grünen-Politikerin Luise Amtsberg warf ihm vor, Hunderttausende deutsch-syrische Menschen zu verunsichern. SPD-Vizechefin Anke Rehlinger warnte vor starren Rückkehrezielen, da diese falsche Erwartungen wecken und Instabilität schaffen könnten.

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Stand Ende 2025 lebten rund 936.000 Menschen mit syrischer Staatsbürgerschaft in Deutschland, darunter über 700.000, die vor dem Bürgerkrieg geflohen waren. Wie viele von ihnen inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben, ist nicht offiziell erfasst.

Die Debatte um Merz' Rückkehr-Zusage hat die Spannungen in der deutschen Flüchtlingspolitik deutlich gemacht. Angesichts der nach wie vor prekären Sicherheitslage in Syrien bleibt die Machbarkeit groß angelegter Rückführungen ungewiss. Für viele syrische Geflüchtete in Deutschland bedeutet die Diskussion eine erneute Verunsicherung über ihre Zukunft.

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