Marokko kehrt 2026 zur Greenwich Mean Time zurück – warum die EU noch zögert
Charlotte RichterMarokko kehrt 2026 zur Greenwich Mean Time zurück – warum die EU noch zögert
Marokko hat bekannt gegeben, dass es nach dem Sommer 2026 zur Greenwich Mean Time (GMT) zurückkehren wird. Die Entscheidung stellt eine Kehrtwende gegenüber dem Wechsel zu GMT+1 im Jahr 2018 dar, der damals vorgenommen wurde, um sich den europäischen Arbeitszeiten anzupassen. Der Schritt unterstreicht die veränderten Prioritäten des Landes in Bezug auf Tageslichtnutzung, Produktivität und Abstimmung mit internationalen Partnern.
2018 hatte Marokko GMT+1 eingeführt, um seine Zeitpläne mit denen der europäischen Nachbarn zu synchronisieren. Diese Anpassung sollte die wirtschaftlichen und logistischen Verbindungen erleichtern, führte jedoch zu früheren Sonnenaufgängen und einem weniger deutlichen Unterschied zwischen Sommer- und Winterzeit. Nun hat die Regierung beschlossen, diese Politik aufzugeben und zur GMT zurückzukehren.
Die Änderung steht in deutlichem Kontrast zur anhaltenden Debatte in Europa über Zeitumstellungen. Seit Jahren diskutiert die EU über ein Ende der saisonalen Zeitumstellungen. Ein Vorschlag aus dem Jahr 2019 sah vor, den Mitgliedstaaten die Wahl einer dauerhaften Zeit – entweder Sommer- oder Winterzeit – zu überlassen. Doch Uneinigkeit darüber, welche der beiden Zeiten beibehalten werden soll, hat den Prozess blockiert. Politische Gräben verhindern weiterhin eine endgültige Entscheidung.
Mit der Rückkehr zur GMT wird Marokko später untergehende Sonnen und eine klarere Unterscheidung zwischen den Jahreszeiten erleben. Die Entscheidung zeigt, dass das Land bereit ist, unabhängig von den noch ungelösten europäischen Diskussionen zu handeln. Die EU hingegen bleibt in einer Pattsituation gefangen und kann sich nicht auf ein einheitliches Zeitsystem einigen.
