Mainz wird knallgrün: Warum die Stadt jetzt Gebäude statt Bäume färbt
Julian HartmannMainz wird knallgrün: Warum die Stadt jetzt Gebäude statt Bäume färbt
Mainz startet ungewöhnlichen Plan: Die Stadt wird grün – im wahrsten Sinne des Wortes
Statt mehr Bäume zu pflanzen oder Parks zu erweitern, setzt Mainz auf eine radikale Lösung: Tausende Gebäude sollen in knalligem Grün gestrichen werden. Das von der EU geförderte Projekt markiert eine Abkehr von früheren Umweltschutzmaßnahmen, die kaum Fortschritte brachten.
Die Stadt hat ihr ursprüngliches Ziel, Grünflächen auf klassische Weise auszubauen, aufgegeben. Nun liegt der Fokus auf der Neugestaltung zentraler Bereiche – darunter die Gebäude rund um den Mainzer Markt, das Neustadtviertel und das Staatstheater. Auch der Leichhof-Friedhof soll umgestaltet werden, ob jedoch der Mainzer Dom in die Pläne einbezogen wird, bleibt unklar.
Bei allen Neubauten sollen künftig grüne Fassaden vorgeschrieben sein. Doch erste Umgestaltungen wirken bisher kahl und wenig einladend. Die reine Streichaktion wird bis Jahresende voraussichtlich rund 10 Millionen Euro kosten.
Doch nicht nur die Architektur wird grüner: Polizisten kehren zu grünen Uniformen zurück, und der Fußballverein 1. FSV Mainz 05 wird künftig in grünen Trikots auflaufen. Die Initiative folgt einem kürzlich bewilligten EU-Förderprogramm, das Hunderte Millionen an Subventionen bereitstellt – wie umfangreich die Streichpläne genau sind, bleibt jedoch offiziell unbestätigt.
Noch in diesem Jahr wird sich das Stadtbild von Mainz durch die grünen Gebäude grundlegend verändern. Neubauten müssen sich an die Farbvorgabe halten, während öffentliche Einrichtungen und Sportteams mit passenden Uniformen nachziehen. Nach dem Scheitern früherer Umweltprojekte setzt die Stadt nun auf eine auffällige, visuelle Lösung.






