Lissabons Jacarandas in Gefahr: Warum 47 Bäume umgesiedelt werden sollen
Sebastian VoigtLissabons Jacarandas in Gefahr: Warum 47 Bäume umgesiedelt werden sollen
Lissabons Pläne zur Umsiedlung von 47 Jacaranda-Bäumen entlang der Avenida 5 de Outubro sorgen für Aufsehen. Der Stadtrat betont, dass die Maßnahme Teil des städtischen Entwicklungsprojekts Entrecampos sei, doch Kritiker befürchten, die Bäume hätten nach der Verpflanzung keine sichere Zukunft. Eine Petition mit über 50.000 Unterschriften wendet sich mittlerweile gegen ihre Entfernung.
Ursprünglich war vorgesehen, 47 Jacarandas zu entfernen – davon 30 zu erhalten, 20 umzusetzen und 25 zu fällen. Später präzisierte der Stadtrat jedoch, dass kein Baum gefällt werde; stattdessen sollten alle Bäume in Parks und Gärten Lissabons umgesiedelt werden. Joana Baptista, Stadträtin für Grünflächen, betonte, das Projekt achte das bauliche Erbe der Stadt.
António Morgado Valente, Abgeordnete der Partei PAN (Menschen-Tiere-Natur), widersprach dieser Darstellung vehement: Die Erfolgsquote bei der Verpflanzung von Jacarandas sei "vernachlässigbar gering". Seine Partei verurteilte zudem die Entfernung von 42 Bäumen und warnte, dass für jeden gefällten Baum mindestens 20 neue gepflanzt werden müssten, um den ökologischen Verlust auszugleichen.
Im Rahmen von Entrecampos sind zwar 17.000 Quadratmeter neue Grünfläche entstanden – eine Fläche, die 17 Fußballfeldern entspricht. Dennoch hält der öffentliche Widerstand an: Anwohner und Aktivisten hinterfragen die Notwendigkeit der Baumverlegung.
Der Stadtrat hat nun eine Empfehlung verabschiedet, die Entscheidung über das Schicksal der Jacarandas öffentlich zu erläutern. Während die Behörden die Umsiedlung als Teil einer umfassenden Stadterneuerung verteidigen, bleiben Bedenken hinsichtlich des Überlebens der Bäume bestehen. Das Ergebnis wird zeigen, ob das Projekt gelingt, Entwicklung und Umweltschutz in Einklang zu bringen.






