16 March 2026, 18:09

Leipzigs Streit mit der Bundesdruckerei: Wer zahlt die Personalausweis-Kosten?

Ein altes Dokument mit Handschrift, das wie ein von der deutschen Regierung ausgegebenes Zertifikat aussieht und ein Logo oben trägt.

Leipzig streitet mit Bundesregierung über gestiegene Kosten für Personalausweise - Leipzigs Streit mit der Bundesdruckerei: Wer zahlt die Personalausweis-Kosten?

Leipzig streitet mit der Bundesdruckerei über steigende Produktionskosten für Personalausweise

Die Stadt Leipzig liegt im Clinch mit der Bundesdruckerei wegen der wachsenden Herstellungskosten für Personalausweise. Nach Angaben der Kommune bleibt ihr ein Defizit von 2,01 Euro pro Ausweis, was jährlich etwa 170.000 Euro ausmacht. Bürgermeister Burkhard Jung fordert nun von der Bundesregierung eine Anpassung der Gebührenstruktur, um die vollen Kosten zu decken.

Streitpunkt: Gebühren für Ausweise unter 24-Jährige Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Gebührenregelung für Personalausweise, die an Antragsteller unter 24 Jahren ausgegeben werden. Während die Bundesdruckerei 29,61 Euro pro Ausweis berechnet, dürfen Städte wie Leipzig ihren Bürgern nur 27,60 Euro in Rechnung stellen. Die Differenz von 2,01 Euro muss die Kommune somit selbst tragen.

Das Bundesinnenministerium verteidigt die Preispolitik mit Verweis auf eine "gemischte Kostenkalkulation". Die Leipziger Verwaltung hingegen argumentiert, dass die Kommunen diese Mehrbelastung nicht allein schultern dürfen.

Deutscher Städtetag unterstützt Leipzigs Forderung Der Deutsche Städtetag stellt sich hinter die Stadt und fordert ebenfalls eine Anpassung der Bundesgebühren. Zudem wirft er grundsätzliche Fragen zur Organisation des Systems auf. Als Lösung schlägt der Verband vor, die Pass- und Ausweisausstellung zu zentralisieren, um künftige Streitigkeiten zu vermeiden.

Bürgermeister Jung bringt Leipzigs Position auf den Punkt: "Wer bestellt, muss auch zahlen."

Finanzielle Lücke bleibt ungelöst Der Streit offenbart eine Kluft zwischen den Bundesgebühren und dem, was die Städte refinanzieren können. Ohne eine Anpassung wird Leipzig weiterhin jährlich rund 170.000 Euro Verlust bei der Personalausweis-Herstellung verbuchen. Der Deutsche Städtetag plädiert zudem für eine bundesweite Überprüfung des Systems.

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