Kuba plant radikale Wirtschaftsreformen – weniger Staat, mehr Privatwirtschaft
Sebastian VoigtKuba plant radikale Wirtschaftsreformen – weniger Staat, mehr Privatwirtschaft
Kuba hat Pläne zur Reform seiner Wirtschaft angekündigt, indem der staatliche Einfluss verringert und das Wachstum des Privatsektors gefördert werden soll. Präsident Miguel Díaz-Canel stellte die Vorschläge vor, die einen Wandel von der langjährigen Planwirtschaft des Landes einleiten. Die Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Wirtschaftskrise Kubas – nicht als Folge von US-Druck.
Die Reformen zielen darauf ab, private Akteure stärker in Schlüsselbranchen einzubinden. Im Tourismus, in der Landwirtschaft und im Immobiliensektor sollen neue Regelungen bisher eingeschränkte Tätigkeiten ermöglichen. Díaz-Canel kündigte zudem an, die Bürokratie abzubauen, indem die Zahl der Ministerien von 27 auf 20 reduziert wird.
Die geplanten Änderungen orientieren sich an den Wirtschaftsmodellen Chinas und Vietnams. Bevor sie in Kraft treten, müssen sie jedoch noch von Kubas Kommunistischer Partei und der Nationalversammlung gebilligt werden. Die Beziehungen zu den USA bleiben angespannt; jüngste Sanktionen verschärfen die wirtschaftlichen Probleme der Insel zusätzlich.
Falls die Reformen genehmigt werden, öffnen sie Teile der Wirtschaft für neue Teilnehmer. Die Rolle des Staates wird zurückgedrängt, während private Unternehmen mehr Spielraum erhalten. Die Maßnahmen spiegeln den Versuch wider, Kubas wirtschaftliche Herausforderungen durch interne Veränderungen zu bewältigen.






