Kreuzberg diskutiert: Wie Nius als rechtsextreme Hetzplattform die Debatte vergiftet
Sebastian VoigtKreuzberg diskutiert: Wie Nius als rechtsextreme Hetzplattform die Debatte vergiftet
Veranstaltung in Kreuzberg beleuchtet rechtsextreme Propagandaplattform Nius
Im Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg fand eine Informationsveranstaltung über Nius, eine rechtsextreme Propagandaplattform, statt. Rund 250 Menschen füllten den Veranstaltungsort bis auf den letzten Platz – trotz Befürchtungen der Organisatoren, es könnte zu Störungen kommen. Vor dem Gebäude versammelten sich unterdessen antifaschistische Aktivistinnen und Aktivisten, um die Veranstaltung vor möglichen Angriffen durch Gegner oder sogar Nius-Mitarbeiter zu schützen.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Aufdeckung der Methoden von Nius. Referierende bezeichneten die Plattform als "digitalen Pranger" und "Hetze-Schleuder". Laut Teilnehmerinnen und Teilnehmern verbreitet Nius gezielt Vorurteile und greift Geflüchtete, Klimaaktivistinnen, NGOs sowie die demokratische Zivilgesellschaft an. Betroffene der Kampagnen berichteten von Hasswellen mit üblen Beleidigungen, Vergewaltigungs- und Todesdrohungen.
Nius hatte die Veranstaltung im Vorfeld aggressiv beworben und die Opposition pauschal als "linksextrem" und "steuerfinanziert" abgetan. Trotz seiner lauten Präsenz bleibt der tatsächliche Einfluss der Plattform begrenzt: Sie zählt nicht zu den Top 100 der deutschen Onlinemedien und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro. Medienanalysten auf der Veranstaltung argumentierten, dass Nius als Brandbeschleuniger für rechtsextreme Diskurse fungiert und unter Chefredakteur Julian Reichelt gezielt die öffentliche Debatte nach rechts verschiebt.
Zum Abschluss der Debatten wurden Gegenstrategien diskutiert, darunter der Widerstand gegen rechtsextreme Medien, die Mobilisierung von Solidarität und die Verteidigung journalistischer Standards. Protestierende kündigten zudem an, in den kommenden Tagen vor dem Nius-Büro in der Ritterstraße in Kreuzberg zu demonstrieren.
Die Veranstaltung verlief ohne größere Zwischenfälle und zog ein volles Haus besorgter Besucherinnen und Besucher an. Organisatorinnen, Referierende und Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, sich weiterhin gegen rechtsextreme Propaganda zur Wehr zu setzen. Weitere Proteste vor dem Kreuzberger Standort von Nius werden erwartet.






