Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ex-Dombaumeisterin warnt vor sozialer Spaltung
Sebastian VoigtEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ex-Dombaumeisterin warnt vor sozialer Spaltung
Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen – scharfe Kritik der früheren Dombaumeisterin
Der Kölner Dom könnte bald Eintrittsgelder von Besuchern verlangen – ein Vorhaben, das auf scharfe Kritik der früheren Dombaumeisterin stößt. Barbara Schock-Werner, die einst die Restaurierung des Wahrzeichens leitete, nannte den Plan "sehr problematisch". Die historische Kirche, ein bedeutender Wallfahrtsort und Touristenmagnet, empfängt derzeit jährlich sechs Millionen Menschen kostenlos.
Die zuständige Domverwaltung plant, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Die genaue Höhe steht noch nicht fest. Schock-Werner räumte zwar ein, dass zusätzliche Mittel nötig seien, warnte jedoch, dass Eintrittsgelder die Rolle des Bauwerks in der Stadt verändern könnten.
Ihrer Meinung nach könnte eine Gebühr Besucher abschrecken und den Zugang auf wohlhabendere Touristen beschränken. Der Dom, berühmt für die Reliquien der Heiligen Drei Könige, steht seit jeher für offenen Gottesdienst und öffentliches Kulturgut. Ihre Bedenken spiegeln eine breitere Debatte in Deutschland wider, ob für historische Stätten Eintritt verlangt werden sollte.
In den vergangenen Jahren stießen ähnliche Pläne auf starken Widerstand. 2023 sammelte eine Petition gegen Gebühren für Kölner Pilgerwege über 50.000 Unterschriften. Kritiker warfen den Behörden vor, heilige Orte in profitorientierte Attraktionen zu verwandeln. Dennoch wächst in einigen Regionen die Unterstützung: Rund 60 Prozent der Bayern befürworten mittlerweile Eintrittsgelder für Klöster wie Ettal, um die Instandhaltung zu finanzieren.
Die geplante Gebühr kommt zu einer Zeit, in der deutsche Kirchen den Spagat zwischen Denkmalschutz und öffentlichem Zugang meistern müssen. Der Kölner Dom bleibt eine der meistbesuchten religiösen Stätten der Welt und zieht Millionen Besucher ohne Eintrittsgeld an. Eine Änderung dieser Offenen-Tür-Politik würde einen bedeutenden Wandel im Umgang mit dem Wahrzeichen bedeuten.