Köln und Düsseldorf fordern legale Drogenverkäufe in kontrollierten Räumen
Julian HartmannKöln und Düsseldorf fordern legale Drogenverkäufe in kontrollierten Räumen
Die Oberbürgermeister von Köln und Düsseldorf drängen auf einen radikalen Wandel in der Drogenpolitik. Sie wollen den kleinteiligen Handel mit harten Drogen in kontrollierten Räumen legalisieren. Mit dem Vorstoß soll die steigende Kriminalität und das öffentliche Leid im Zusammenhang mit Suchterkrankungen bekämpft werden.
Der Kölner Neumarkt hat sich zu einem Brennpunkt für Drogenkonsumenten entwickelt, wobei in mehreren deutschen Städten inzwischen Crack häufiger vorkommt als Heroin. Süchtige greifen oft zu aggressivem Betteln, Diebstahl oder Prostitution – mit erheblichen Belastungen für Anwohner und Geschäftsleute. Torsten Burmester, Kölner Oberbürgermeister der SPD, betonte die emotionale Not der Menschen und Händler im Viertel.
Stephan Keller, Düsseldorfs CDU-Oberbürgermeister, schlägt spezielle Räumlichkeiten vor, in denen kleine Mengen harter Drogen unter medizinischer Aufsicht gekauft und verkauft werden könnten. Beide Oberbürgermeister sind überzeugt, dass eine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes auf Bundesebene den Weg dafür ebnen könnte. Sie haben bereits eine rechtliche Prüfung bei den Ministern von Nordrhein-Westfalen beantragt, um die Machbarkeit eines Mikrohandels in Drogenkonsumräumen zu klären.
Ziel des Plans ist es, offene Drogenszenen und damit verbundene Straftaten aus dem öffentlichen Raum zu verlagern. Bei Erfolg könnte dies die Belastung für die Stadtteile verringern und gleichzeitig Suchtkranken ein kontrolliertes Umfeld bieten. Der Vorschlag steht nun zur politischen und juristischen Bewertung an.






