Koblenz kämpft mit Millionenverlusten durch veraltete Kreisumlagen für Berufsschüler
Charlotte RichterKoblenz kämpft mit Millionenverlusten durch veraltete Kreisumlagen für Berufsschüler
Koblenz steckt in einer wachsenden Finanzkrise wegen veralteter Zuschüsse aus den Nachbarkreisen
Seit 2014 hat die Stadt über 5 Millionen Euro verloren, wobei das jährliche Defizit mehr als 400.000 Euro beträgt. Nun stellen Verantwortliche die Frage, warum die Zahlungen nie an die steigenden Kosten angepasst wurden.
Das Problem liegt in der Diskrepanz zwischen den tatsächlichen Ausgaben und den Beiträgen der umliegenden Kreise für Berufsschülerinnen und -schüler. Derzeit zahlen die Nachbarregionen nur 190 Euro pro Teilzeit-Schüler – doch die realen durchschnittlichen Kosten liegen bei 406,80 Euro. Betroffen sind die Kreise Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald.
Als Reaktion darauf wird Koblenz die Beiträge rückwirkend ab Januar dieses Jahres auf 300 Euro pro Schüler erhöhen. Ab 2028 steigt die Gebühr weiter auf 400 Euro. Gleichzeitig fordert der Rechnungsprüfungsausschuss Aufklärung, warum die Anpassungen trotz jahrelang steigender Ausgaben verschleppt wurden.
Zudem prüft die Stadt, ob sie über eine Berufshaftpflichtversicherung Entschädigungen geltend machen kann. Gleichzeitig wird untersucht, ob eigene Finanzfehlplanungen zu den Verlusten beigetragen haben. Um künftige Defizite zu vermeiden, plant Koblenz, die Kosten für Berufsschulen regelmäßig zu überprüfen und die Kreisumlagen entsprechend anzupassen.
Die Änderungen bei der Finanzierung werden die Haushaltsbelastung Koblenz’ lindern, doch bleibt ein Defizit von 5 Millionen Euro seit 2014 bestehen. Die höheren Kreisbeiträge sollen die tatsächlichen Schülerkosten decken und weitere Verluste verhindern. Regelmäßige Kostenkontrollen sollen nun sicherstellen, dass die Zahlungen künftig mit den Ausgaben Schritt halten.






