Klingbeils Reformplan soll Deutschlands schwaches Wirtschaftswachstum verdoppeln
Julian HartmannKlingbeils Reformplan soll Deutschlands schwaches Wirtschaftswachstum verdoppeln
Deutschlands Wirtschaft kämpft seit Jahren mit schwachem Wachstum – vor allem wegen einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung. Nun soll ein neues Reformprogramm die Wende bringen: durch mehr Jobs, längere Lebensarbeitszeiten und eine Steigerung der Produktivität dank Technologie und Investitionen.
Finanzminister Lars Klingbeil hat den Plan vorgestellt, den Experten als potenziellen Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft bewerten. Die vorgeschlagenen Reformen gehen weiter als die der vorherigen Regierungskoalition. Der Wirtschaftsexperte Jens Südekum, der eng mit Klingbeil zusammenarbeitet, erwartet, dass die Maßnahmen das Wachstumspotenzial Deutschlands mindestens verdoppeln könnten. Aktuell liegt das jährliche Wirtschaftswachstum bei etwa 0,5 Prozent – ein Wert, den Südekum als "zu niedrig" bezeichnet.
Ein Anstieg auf 1 Prozent hält er für ein realistisches, ja sogar konservativ angesetztes Ziel innerhalb dieser Legislaturperiode. Im Mittelpunkt des Reformpakets stehen höhere Beschäftigungsquoten, die Motivation der Menschen, länger zu arbeiten, sowie Effizienzgewinne durch Digitalisierung und Investitionen in Sachkapital.
Südekums Einschätzung deckt sich mit den eigenen Prognosen der Regierung, die von einem möglichen Wachstumsschub um bis zu 1 Prozent ausgeht. Gelänge dies, wäre es eine deutliche Trendwende nach Jahren der Stagnation, verursacht durch den demografischen Wandel und schwache Produktivitätsfortschritte.
Nun steht die Umsetzung des Reformprogramms an. Die Politik will damit langjährige strukturelle Schwächen der Wirtschaft überwinden. Sollten die Maßnahmen wie prognostiziert wirken, könnte Deutschlands Wachstumsrate von 0,5 auf 1 Prozent oder mehr steigen. Entscheidend wird sein, wie gut sich die geplanten Änderungen in Arbeitsmarkt und Wirtschaft durchsetzen lassen.






