Kinder- und Jugendhilfe steht vor milliardenschwerer Reform mit radikalen Änderungen
Charlotte RichterKinder- und Jugendhilfe steht vor milliardenschwerer Reform mit radikalen Änderungen
Große Reformen im deutschen Kinder- und Jugendhilfesystem sollen Milliardenersparnisse für Bund und Kommunen bringen. Die Änderungen strukturieren die Unterstützung neu und verlagern den Schwerpunkt von individueller Hilfe hin zu standardisierten Leistungen unter einem einheitlichen rechtlichen Rahmen.
Der Gesetzentwurf sieht vor, die bisherige individualisierte Förderung durch pauschale Angebote zu ersetzen. Dazu gehört die Überführung der Eingliederungshilfe – bisher im SGB IX geregelt – in das SGB VIII, wodurch beide Leistungen in einem System zusammengeführt werden. Ziel ist eine vereinfachte Verwaltung, doch könnte dies zu Streitigkeiten führen, ob Hilfebedarfe auf eine Behinderung oder andere Ursachen zurückgehen.
Die Einsparungen sollen schrittweise steigen und bis 2028 bei 200,6 Millionen Euro liegen. Bis 2036 könnten die Reformen jährlich sogar 2,7 Milliarden Euro sparen. Allerdings wird sich der volle finanzielle Effekt erst mit der Zeit zeigen, da viele Maßnahmen bundesweit umgesetzt werden müssen.
Eine zentrale Neuerung ist die Abschaffung des individuellen Anspruchs auf Beratung und Unterstützung. Stattdessen tritt ein flächendeckendes, infrastrukturbasiertes Bildungsförderprogramm in Kraft. Die Verantwortlichen betonen, dass diese strukturellen Reformen notwendig seien, um die Kinder- und Jugendhilfe langfristig funktionsfähig zu halten.
Die Umgestaltung zielt darauf ab, Unterstützungsleistungen zu zentralisieren und die langfristigen Kosten für Länder und Kommunen zu senken. Zwar werden die Einsparungen voraussichtlich in die Milliarden gehen, doch wird die Übergangsphase zeigen, wie reibungslos das neue System funktioniert. Zudem könnte es weiterer Klärung bedürfen, wer künftig Anspruch auf Hilfe hat.






