Kaliforniens psychische Gesundheits-Diversion steht vor strengen neuen Regeln
Charlotte RichterKaliforniens psychische Gesundheits-Diversion steht vor strengen neuen Regeln
Kaliforniens Gesetz zur psychischen Gesundheits-Diversion könnte bald vor erheblichen Änderungen stehen. Der Gesetzentwurf Assembly Bill 46 steht kurz vor der Unterzeichnung durch Gouverneur Gavin Newsom. Die geplante Novelle verschärft die Regeln für Angeklagte, die statt einer Haftstrafe eine Behandlung anstreben.
Das ursprüngliche Gesetz von 2018 ermöglichte es Beschuldigten mit schweren psychischen Erkrankungen, an Diversionsprogrammen teilzunehmen. Eine Studie der Rand Corporation aus dem Jahr 2020 ergab, dass 61 Prozent der psychisch kranken Häftlinge im Los Angeles County für solche Programme in Frage gekommen wären.
Staatsanwälte haben Bedenken geäußert, insbesondere in Fällen, in denen begünstigte Angeklagte später schwere Straftaten begingen. Ein Beispiel ist Gilberto Guttierrez, der trotz Einwänden in ein Diversionsprogramm aufgenommen wurde. Ihm wird vorgeworfen, nach seiner Entlassung seine Frau erneut angegriffen zu haben.
AB 46 führt strengere Kriterien für die Teilnahme ein: Angeklagte, denen versuchter Mord vorgeworfen wird, sind künftig ausgeschlossen. Staatsanwälte können leichter gegen eine Diversion vorgehen, wenn sie bei einem Beschuldigten ein Risiko für zukünftige Gewalt sehen. Richter erhalten zudem mehr Spielraum, Anträge aus Gründen der öffentlichen Sicherheit abzulehnen – ohne dass ein „unzumutbares Risiko“ nachgewiesen werden muss.
Der Entwurf stärkt die Entscheidungsbefugnis der Gerichte in Diversionsfragen und schränkt gleichzeitig den Kreis der Straftaten ein, die für eine psychologische Behandlung infrage kommen. Die Änderungen sollen Lücken im ursprünglichen Gesetz schließen, ohne die öffentliche Sicherheit zu gefährden.






