Kai Wegner setzt sich überraschend klar als CDU-Spitzenkandidat für Berlin durch
Charlotte RichterKai Wegner setzt sich überraschend klar als CDU-Spitzenkandidat für Berlin durch
Kai Wegner hat sich überraschend deutlich als Spitzenkandidat der CDU für die Berliner Wahl im September durchgesetzt. Die Abstimmung fand am Dienstagabend auf dem Landesparteitag in Neukölln statt, wo er trotz einer ungewöhnlichen Störung starke Unterstützung erhielt.
Wegner hatte bereits 75 Minuten gesprochen, als die Konferenz eine unerwartete Wendung nahm: Der 85-jährige Delegierte Wolfram Wickert stellte sich überraschend als Alternativkandidat zur Wahl. Sein Großonkel war der ehemalige Bundeskanzler Konrad Adenauer.
Durch Wickerts Bewerbung wurde statt der geplanten Handzeichenabstimmung eine geheime Wahl notwendig. Wegner gewann mit knapp über 92 Prozent der Stimmen – allerdings verzögerte sich das Ergebnis um eine Stunde. Zwar hatte seine Rede Applaus erhalten, doch bei einigen Delegierten wirkte die Begeisterung weniger überzeugend, als ihr Klatschen vermuten ließ.
In einem Sportjackett nahm Wegner die Nominierung mit Elan an und setzte in seiner Rede vor allem auf Energie und Schwung. Scharf kritisierte er die Grünen, während er die SPD weitgehend aussparte. Die CDU präsentierte er als pragmatische Mitte – im Gegensatz zur AfD und der Linken.
Nun bleiben Wegner 103 Tage, um das Blatt für die CDU bis zur Wahl am 20. September noch zu wenden. Aktuelle Umfragen deuten auf eine rot-rot-grüne Mehrheit in Berlin hin. Sein Wahlkampf wird darauf abzielen, die politische Landschaft zugunsten der Partei zu verändern.






