Nord Dakota erhält 27,8 Millionen Dollar für Pipeline-Proteste nach jahrelangem Streit
Julian HartmannNord Dakota erhält 27,8 Millionen Dollar für Pipeline-Proteste nach jahrelangem Streit
Nord Dakota hat mit der Bundesregierung eine Vergleichszahlung in Höhe von 27,8 Millionen US-Dollar wegen der Kosten im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Dakota Access Pipeline vereinbart. Wie der Bundesstaat mitteilte, sollen die Mittel Schulden aus Krediten begleichen, die während der Demonstrationen in den Jahren 2016 und 2017 aufgenommen wurden. Der republikanische Gouverneur Kelly Armstrong bezeichnete die Einigung als „längst überfällig“.
Bei den Protesten hatten Tausende Menschen in der Nähe der Pipeline-Querschnittsstelle am Missouri River auf bundeseigenem Gelände gezeltet und demonstriert. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, die zu 761 Festnahmen führten und Millionen Pfund Müll zurückließen, der später beseitigt werden musste.
2023 entschied der Bundesrichter Daniel Traynor am U.S. District Court, dass die Bundesregierung für alle Forderungen haftbar sei und Nord Dakota etwa 27,8 Millionen Dollar schulde. Das Justizministerium bestritt zwar die rechtliche Begründung des Gerichts, räumte jedoch ein, dass die Regierung mehr hätte tun können, um die Auswirkungen der Proteste einzudämmen.
Laut der endgültigen Vergleichsvereinbarung wird die Bundesregierung alle Berufungen zurückziehen und eine Erklärung abgeben, in der die Einschüchterungen, Gewalt und rechtswidrigen Handlungen während der Proteste anerkannt werden. Die Pipeline ist seit Mitte 2017 in Betrieb und transportiert derzeit täglich etwa 540.000 Barrel Öl – das entspricht rund 4 Prozent der US-amerikanischen Förderung.
Die Einigung stellt sicher, dass Nord Dakota für seine Ausgaben „vollständig finanziell entschädigt“ wird. Der Bundesstaat wird die 27,8 Millionen Dollar nutzen, um Kredite bei der Bank of North Dakota zurückzuzahlen. Die Vereinbarung beendet damit einen langjährigen Streit über die Kosten und Folgen der Proteste.






