29 April 2026, 11:01

Jakutiens Haushaltskürzungen bedrohen Tausende Arbeitsplätze und Sozialleistungen

Plakat mit Dollarnotenbild und Text "Es ist an der Zeit, Lohnlücken zu schließen, Männer machen den ganzen Dollar", das für die Bewusstseinserhöhung von Lohnungleichheit wirbt.

Jakutiens Haushaltskürzungen bedrohen Tausende Arbeitsplätze und Sozialleistungen

Jakutien steht vor drastischen Haushaltskürzungen – Tausende Jobs in Gefahr

Die russische Republik Jakutien kämpft mit tiefgreifenden Haushaltskürzungen, die durch wirtschaftliche Schwierigkeiten und massenhafte Entlassungen verschärft werden. Behörden warnen vor weiteren Einschnitten: Bis zu 2.000 Stellen sollen in den kommenden Jahren gestrichen werden. Die Krise hat viele Beschäftigte ohne zugesagte Leistungen zurückgelassen und rechtliche Auseinandersetzungen um ausstehende Abfindungen ausgelöst.

Die finanzielle Belastung begann, als das industrielle Wachstum ins Stocken geriet, die Steuereinnahmen sanken und die öffentlichen Schulden stiegen. Bis 2025 waren bereits 300 Mitarbeiter im öffentlichen Sektor entlassen worden, wobei etwa ein Drittel neue Anstellungen fand. Aisen Nikolajew, der Leiter Jakutiens, kündigte später an, rund 2.000 weitere Stellen abzubauen – vor allem in Verwaltung und Management.

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Allein im Ulus Werchnewiljuisk wurden inoffiziellen Angaben zufolge 210 Arbeitsplätze gestrichen, darunter 319 Stellen von Lehrkräften und Erziehern. Jekaterina Nogowizyna, Vorsitzende des Obersten Rats von Jakutien, thematisierte diese Kürzungen während der Debatten über die finanzielle Notlage der Region.

Lohnstopp und gekürzte Sozialleistungen verschärfen die Situation. Entlassene, denen Abfindungen zugesichert wurden, klagen nun auf ausstehende Zahlungen. Gleichzeitig bleiben die niedrigen Gehälter im kommunalen Bereich ein Dauerproblem. In einer Ansprache im Dezember 2025 betonte Nikolajew zwar die Notwendigkeit von Lohnerhöhungen, konkrete Lösungen blieben jedoch aus.

Erst kürzlich informierte Wladimir Siwzew, Jakutiens Minister für Verkehr und Straßeninfrastruktur, die Bevölkerung in Balagannach über Regierungsmaßnahmen. Angesichts steigender Schulden und schrumpfender Einnahmen scheinen weitere Kürzungen jedoch unvermeidbar.

Die Haushaltskrise in Jakutien hat bereits zu Hunderten von Entlassungen und gekürzten Leistungen geführt. Weitere Einschnitte stehen bevor, während sich rechtliche Konflikte um ausbleibende Abfindungen häufen. Zwar wird über Lohnerhöhungen diskutiert, doch die angespannte Finanzlage lässt kaum Spielraum für schnelle Entlastungen.

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