Inhaftierte Aktivisten fordern von der Leyen zu klarem Menschenrechtskurs in Aserbaidschan auf
Finn WolfInhaftierte Aktivisten fordern von der Leyen zu klarem Menschenrechtskurs in Aserbaidschan auf
Sieben inhaftierte Aktivistinnen und Aktivisten aus Aserbaidschan richteten am 28. Juni einen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Darin forderten sie sie auf, bei ihrem bevorstehenden Besuch im Land die Menschenrechtssituation anzusprechen. Der Appell erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen um politische Freiheiten.
Die Aktivistinnen und Aktivisten riefen von der Leyen dazu auf, das Thema Menschenrechte bei ihren Gesprächen mit aserbaidschanischen Regierungsvertretern ab dem 1. Juli zur Priorität zu machen. Zudem verlangten sie die Freilassung politischer Gefangener. In ihrem Schreiben deuteten sie an, dass Aserbaidschan und die EU im Juni die Verhandlungen über einen neuen Vertragsentwurf wiederaufgenommen hätten.
Nur wenige Tage vor dem Brief hatte die Parlamentarische Versammlung des Europarats (PACE) am 24. Juni eine Resolution verabschiedet. Darin kritisierte sie Aserbaidschan für die Unterdrückung kritischer Stimmen und forderte die Freilassung politischer Häftlinge. PACE erinnerte das Land zudem an seine internationalen Verpflichtungen. Der ehemalige Diplomat Arif Shahmarli wies solche Resolutionen jedoch als bedeutungslos für die aserbaidschanische Regierung zurück.
Aserbaidschans Parlamentsdelegation hatte sich bereits im Januar 2024 aus PACE zurückgezogen. Trotz der Spannungen räumten die Aktivistinnen und Aktivisten Fortschritte in den EU-Aserbaidschan-Beziehungen ein. Sie hoben die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Verkehr und Wirtschaft als positive Schritte hervor.
Die Unterzeichnenden betonten, dass eine nachhaltige Zusammenarbeit auf gemeinsamen Interessen und der Achtung der Menschenrechte basieren müsse. Sowohl ihr Brief als auch die PACE-Resolution unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der politischen Freiheiten in Aserbaidschan. Wie die EU – und insbesondere von der Leyen – während ihres Besuchs darauf reagieren wird, bleibt eine zentrale Frage.
