Houston ISD: Weniger Schüler, bessere Noten – doch der Wandel bleibt umstritten
Sebastian VoigtHouston ISD: Weniger Schüler, bessere Noten – doch der Wandel bleibt umstritten
Der Schulbezirk Houston ISD durchlebt seit Jahren tiefgreifende Veränderungen. Die Schülerzahlen sind drastisch gesunken, Dutzende Schulen wurden geschlossen – doch gleichzeitig haben sich unter neuer Führung die schulischen Leistungen verbessert.
Seit 2016 ist die Zahl der eingeschulten Kinder im HISD deutlich zurückgegangen. Im Schuljahr 2025/2026 zählte der Bezirk noch 168.812 Schüler:innen, ein Rückgang um fast 22 Prozent. Über 47.000 Kinder haben den Bezirk seit 2016/2017 verlassen, allein mehr als 13.000 davon in den beiden Jahren nach der staatlichen Übernahme im Jahr 2023.
Im Jahr 2025 schloss der Bezirk zwölfe Schulen – die größte Massenstilllegung seit zwei Jahrzehnten. Als Gründe wurden Kostendruck und sinkende Schülerzahlen genannt. Seit 2005 wurden mindestens 60 Schulen dichtgemacht, darunter 15 in Trägerschaft von Charter-Organisationen.
Akademisch zeigt sich jedoch Fortschritt: Unter der Leitung von Mike Miles erhielt 2025 keine einzige Schule mehr die Note „F“. Die Anzahl der Einrichtungen mit den Bewertungen „A“ oder „B“ verdreifachte sich während seiner Amtszeit.
Gleichzeitig laufen neue Projekte an. Das Pilotprogramm „Future 2 KI“ (Künstliche Intelligenz) startet im Schuljahr 2026/2027 im Rahmen der Initiative „Beschleunigt Houston“. Parallel prüft das US-Bildungsministerium einen Plan, einige Schüler:innen mit Behinderungen in neue, „abgeschirmte“ Lernumgebungen zu verlegen. Über 21.000 Kinder haben Anspruch auf sonderschulische Förderung, rund 5.000 wären von der Neuregelung betroffen.
Der HISD passt sich weiterhin an schrumpfende Schülerzahlen und sich wandelnde bildungspolitische Anforderungen an. Der Bezirk hat Schulen geschlossen, die Leistungen gesteigert und neue Programme eingeführt. Die Prüfung der Sonderpädagogik-Reformen fügt den laufenden Veränderungen eine weitere Ebene der Überwachung hinzu.
