Hildegard Knef: Vom Kriegstrauma zur Ikone des Nachkriegsdeutschlands

Hildegard Knef: Vom Kriegstrauma zur Ikone des Nachkriegsdeutschlands
Hildegard Knef, geboren 1925 in Ulm, wurde zu einer der prägendsten Schauspielerinnen und Sängerinnen Deutschlands. Mit ihrem unprätentiösen Charme stieg sie nach dem Zweiten Weltkrieg in den ersten Nachkriegsfilmen des Landes zu Ruhm auf. Ihr Leben und ihre Karriere spiegelten die Kämpfe und den Neuanfang der Bundesländer Deutschlands wider, die sich von den Schrecken des Krieges erholten.
Schon mit 18 Jahren war Knef mit Ewald von Demandowsky liiert, dem Filmdramaturgen des Reiches und engen Vertrauten Joseph Goebbels’. Nach Kriegsende wurde Demandowsky von den Amerikanern hingerichtet, während Knef selbst kurzzeitig in sowjetischer Gefangenschaft geriet. Mit Hilfe eines polnischen Arztes gelang ihr die Flucht, und bald darauf erhielt sie eine prägende Rolle in 'Die Mörder sind unter uns' (1946), in dem sie eine Überlebende eines Konzentrationslagers spielte.
1951 nahm ihre Karriere eine kühne Wende mit 'Die Sünderin', einem Film, der wegen einer kurzen Nacktszene – in der Nachkriegszeit ein Novum – für Aufsehen sorgte. Noch im selben Jahr zog sie nach Hollywood und inszenierte sich als Symbol eines neuen, demokratischen Deutschlands. Doch gegen Ende der 1970er Jahre zwangen sie finanzielle Probleme zum Rückzug aus der Öffentlichkeit, auch wenn sie in den 1980er Jahren mehrere Comeback-Versuche unternahm. Neben der Schauspielerei feierte Knef auch als Musikerin Erfolge. Ihr Debütalbum 'So oder so ist das Leben' (1963) verband Chanson, Jazz und Schlager und traf mit seiner unverkitschten Ehrlichkeit den Nerv des Publikums. Zudem veröffentlichte sie zwei Autobiografien, 'Der geschenkte Gaul' (1970) und 'Das Urteil' (1975), in denen sie offen über ihren Kampf gegen Brustkrebs schrieb. Ihre Lieder handelten oft vom Alltag und seinen Herausforderungen, was ihr einen Platz als Identifikationsfigur der zweiten Frauenbewegung einbrachte. Knefs letzter Auftritt fand 1995 statt. Im Februar 2002 starb sie im Alter von 76 Jahren.
Knefs Vermächtnis lebt weiter als das einer Frau, die Deutschlands zerrissene Vergangenheit mit seiner Nachkriegsidentität verband. In Film, Musik und Literatur fing sie die rohen Emotionen einer Generation ein, die sich nach der Zerstörung neu erfand. Vom Überleben im Krieg bis zum internationalen Ruhm bleibt ihre Geschichte ein Zeugnis von Widerstandskraft und Neuerfindung.

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