Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Sebastian VoigtHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zu ihrer neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Wandel für die Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau in den Verlagsrat einziehen und dort diese Funktion übernehmen. Ihre Berufung unterstreicht den anhaltenden Transformationsprozess der FAZ, die sich zunehmend von ihren traditionell konservativen Wurzeln löst.
Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihr Schwerpunkt lag auf der Rechtspolitik, zudem begleitete sie die Entwicklung der Grünen intensiv und analysierte deren Wandel hin zu einer etablierten Kraft der Politik. In ihren Berichten beschrieb sie die Neuausrichtung der Grünen als „Säule des Establishments“ und ihre inneren Konflikte als Teil einer „schmerzhaften Reifung“.
Der Verlagsrat der FAZ besteht aus vier Mitverlegern, die sich die Verantwortung teilen und die Aufgaben untereinander aufteilen. Bubrowskis Aufstieg folgt auf Jahre des schrittweisen ideologischen Wandels der Zeitung – eine Entwicklung, die sich nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 beschleunigte. Dieser Prozess, oft als VerTAZung bezeichnet, führte zu einer stärkeren Annäherung an linksliberale Positionen, insbesondere an den Mainstream von Grünen und SPD.
Bubrowski zeigt sich offen für den Aufstieg grüner Spitzenpolitiker wie Annalena Baerbock und Robert Habeck. Zudem sprach sie sich für die Idee einer Schwarz-Grünen Koalition aus und positioniert sich damit als Teil der modernisierungsfreundlichen Fraktion innerhalb der FAZ. Gemeinsam mit Carsten Knop gehört sie nun zu einem Gremium, in dem drei der vier Mitverleger diese neue Ausrichtung vertreten. Die einst als konservative Bastion bekannte FAZ formt unter ihrem Einfluss weiterhin ihr Profil um.
Mit Bubrowskis Ernennung festigt die FAZ ihren Abschied vom konservativen Erbe. Als erste Mitverlegerin wird sie die inhaltliche Linie der Zeitung weiter in Richtung Mitte-links lenken. Der Wandel spiegelt größere Verschiebungen in der deutschen Medienlandschaft und im politischen Diskurs wider.






