Haseloff: "Land kann Werte nicht alleine vermitteln"

Haseloff: "Land kann Werte nicht alleine vermitteln" - Haseloff: "Land kann Werte nicht alleine vermitteln"
Reiner Haseloff, Deutschlands dienstältester Ministerpräsident, hat über die Rolle von Glauben und Institutionen bei der Prägung der Werte einer Gesellschaft gesprochen. Der seit 2011 amtierende Regierungschef von Sachsen-Anhalt hat kürzlich ein Buch veröffentlicht, in dem er seinen persönlichen Weg als Katholik in der ehemaligen DDR reflektiert. Darin vertritt er die Auffassung, dass Kirchen, politische Gruppen und soziale Organisationen die Werte, die eine Nation ausmachen, aktiv bewahren müssen.
In seinem Buch zeichnet Haseloff seine Erfahrungen als Heranwachsender in der DDR nach, wo er als einer der wenigen Kirchenmitglieder in seiner Klasse auffiel. Während die meisten Mitschüler die säkulare Jugendweihe durchliefen, empfingen er und ein einziger protestantischer Klassenkamerad die Firmung beziehungsweise die Erste Heilige Kommunion. Dieses Gefühl, ein Außenseiter zu sein, habe ihn – so schreibt er – in seiner Haltung bestärkt, sich auf die christliche Lehre als moralischen Kompass zu verlassen.
Sein Glaube prägt bis heute seine politische Arbeit. Als praktizierender Katholik beschreibt er ihn als Richtschnur für Entscheidungen, insbesondere in Gewissensfragen. Das Buch setzt sich zudem mit der Philosophie Josef Piepers auseinander und widmet sich den vier Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Tapferkeit.
Über die persönliche Glaubensfrage hinaus betont Haseloff, dass Institutionen – seien es Kirchen, Gewerkschaften, politische Parteien oder Arbeitgeberverbände – eine gemeinsame Verantwortung für die Bewahrung der grundlegenden Werte der Gesellschaft tragen. Dazu zählen die Menschenwürde, die Gleichheit vor dem Gesetz und die Meinungsfreiheit, die allesamt im Grundgesetz verankert sind. Der Staat allein könne diese Werte weder schaffen noch aufrechterhalten, argumentiert er. Vielmehr müssten Organisationen sie immer wieder erklären und verteidigen, um ihre Aktualität zu sichern.
Haseloffs Reflexionen erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem er mehr als ein Jahrzehnt im Amt ist und damit zum dienstältesten Ministerpräsidenten Deutschlands wurde. Sein Buch verbindet persönliche Geschichte mit grundsätzlichen Fragen danach, wie Werte in einer sich wandelnden Gesellschaft bewahrt werden können. Die Botschaft ist klar: Sowohl Institutionen als auch Einzelne müssen sich aktiv für die Prinzipien einsetzen, die Gemeinschaften zusammenhalten.
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