Hamburger Dom: Wenn Adrenalin-Schreie bis ins Wohnzimmer dringen
Charlotte RichterHamburger Dom: Wenn Adrenalin-Schreie bis ins Wohnzimmer dringen
Seit 26 Jahren lebt eine Anwohnerin in der Nähe des Heiligengeistfelds in Hamburg, wo dreimal im Jahr der Dom mit seinem Rummelplatz einzieht. Das Volksfest, bekannt für seine gigantischen Fahrgeschäfte und atemberaubenden Attraktionen, ist im Laufe der Zeit lauter und extremer geworden. Mittlerweile dringen sogar die Schreie der Fahrgäste bis in ihr Wohnzimmer.
Die spektakulären Mutproben auf dem Festplatz haben sich dramatisch verändert: Besucher werden heute in schwindelerregende Höhen katapultiert, wirbelnd durch die Luft geschleudert oder 100 Meter in die Höhe gerissen. Die Anwohnerin gibt zu, vom Balkon aus zuzuschauen – manchmal mit dem Impuls, die Adrenalinjunkies vor den Gefahren zu warnen.
In diesem Jahr überredeten sie zwei Freunde, eine "Aussichtsgondel" auszuprobieren, die 70 Meter hoch hinauffährt. Obwohl das Erlebnis für sie noch erträglich war, erklärte sie es zur einmaligen Sache. Vor dem Einstieg legte sie eine klare Regel fest: "Wer mit mir hochfährt, fährt auch mit mir wieder runter."
Ihre Freunde hingegen schwärmen weiterhin vom Hamburger Dom. Für sie ist das Spektakel in St. Pauli ein absolutes Highlight – voller Nervenkitzel und Adrenalin.
Die Anwohnerin selbst hat keine Lust auf eine Wiederholung. Die Fahrgeschäfte werden immer höher, immer schneller und ziehen Scharen von Thrill-Suchenden an. Und die Schreie vom Rummelplatz werden wohl auch weiterhin zum vertrauten Soundtrack für die Menschen in der Nachbarschaft gehören.






