Grüne attackieren Regierung nach FCAS-Debakel: "Verantwortung statt Schuldzuweisungen!"
Charlotte RichterGrüne attackieren Regierung nach FCAS-Debakel: "Verantwortung statt Schuldzuweisungen!"
Die deutsche Grünen-Partei hat die Bundesregierung nach dem Scheitern des deutsch-französischen FCAS-Kampfjetprojekts scharf kritisiert. Parteichefin Franziska Brantner warf den Verantwortlichen vor, die Schuld auf die Industrie abzuwälzen, statt selbst Verantwortung für das Debakel zu übernehmen.
Das Scheitern der Verhandlungen stellt einen schweren Rückschlag für die europäische Verteidigungskooperation dar und wirft die Frage auf, ob es jemals ein eigenständig entwickeltes Kampfflugzeug der nächsten Generation geben wird. Brantner betonte, die Regierung müsse die Führung übernehmen, wenn die Industrie Fortschritte blockiere. Entscheidendes Handeln sei vor allem bei so kritischen Rüstungsprojekten unverzichtbar. Ohne klare Weichenstellungen drohe Europa entweder ganz ohne modernes Kampfflugzeug dazustehen – oder eines zu bekommen, das von einem amerikanischen Triebwerk abhängig sei.
Hinter dem Scheitern des Projekts steht die Unfähigkeit, eine deutsch-französische Einigung zu erzielen und ein tragfähiges industrielles Rahmenwerk aufzubauen. Diese Pattsituation gefährdet nun die gesamte europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik und lässt zentrale Fähigkeiten in der Schwebe.
Brantners Äußerungen spiegeln die wachsende Frustration über die festgefahrene Initiative wider. Statt strukturelle Probleme anzugehen, habe sich die Regierung darauf konzentriert, die Industriepartner für das Scheitern verantwortlich zu machen, so ihr Vorwurf.
Mit dem Kollaps von FCAS bleibt Europa ohne klare Perspektive für ein Kampfflugzeug der nächsten Generation. Ohne einen einheitlichen industriellen Plan oder politische Einigung bleibt die Zukunft des Projekts ungewiss. Der Streit wirft zudem grundsätzliche Fragen nach Europas Fähigkeit auf, eigenständige Verteidigungstechnologien zu entwickeln.






