Gorleben bleibt Atom-Zwischenlager bis 2054 – trotz Sicherheitsbedenken
Sebastian VoigtGorleben bleibt Atom-Zwischenlager bis 2054 – trotz Sicherheitsbedenken
Deutschlands Zwischenlager für Atomabfälle in Gorleben bleibt bis 2054 in Betrieb
Ursprünglich sollte die Genehmigung für das Zwischenlager im Jahr 2034 auslaufen, doch nun wurde eine Verlängerung bewilligt. Derzeit lagern dort 113 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Abfall, darunter abgebrannte Brennelemente und Wiederaufarbeitungsrückstände.
Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hatte die Verlängerung um 20 Jahre beantragt und dabei Sicherheitsgründe angeführt. Das Unternehmen betont, dass regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen alle zehn Jahre die Sicherheit der Anlage gewährleisten würden. Die Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung wird das Genehmigungsverfahren begleiten.
Das Lager Gorleben, das zwischen 1982 und 1983 errichtet wurde, weist dünnere Wände und Decken auf als neuere Zwischenlager. Dies hat bei Umweltschutzgruppen Bedenken ausgelöst. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg (BI) warnt vor der langfristigen Stabilität der Anlage.
Die Verlängerung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland weiterhin nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle sucht. Der gesetzlich vorgesehene Termin für die Inbetriebnahme eines solchen Lagers bis 2031 wird voraussichtlich nicht eingehalten werden.
Das Zwischenlager Gorleben bleibt somit für weitere zwei Jahrzehnte in Betrieb. Umweltaktivisten äußern weiterhin Sorgen über die strukturelle Sicherheit der Anlage. Da sich die Suche nach einem Endlager verzögert, wird Gorleben vorerst eine zentrale Rolle in der Lagerung radioaktiver Abfälle spielen.
