Golfkonflikt treibt Ölpreise auf Rekordniveau – Experte warnt vor globaler Wirtschaftskrise
Sebastian VoigtGolfkonflikt treibt Ölpreise auf Rekordniveau – Experte warnt vor globaler Wirtschaftskrise
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, Achim Truger, warnt, dass der anhaltende Golfkonflikt die Weltwirtschaft in eine neue Krise stürzen könnte. Der Konflikt, der am 28. Februar 2026 begann, hat die Energiepreise weltweit bereits in die Höhe schnellen lassen. Truger drängt die europäischen Regierungen nun zu schnellem und abgestimmtem Handeln, um wirtschaftliche Instabilität zu verhindern.
Der Krieg im Golf unterbrach die Öltransporte durch die Straße von Hormus, durch die 20 Prozent des globalen Ölhandels abgewickelt werden. Angriffe auf den Ras-Laffan-Komplex in Katar verschärften die Krise zusätzlich. Innerhalb eines Monats stieg der Preis für Brent-Öl um 50 Prozent auf 119 Dollar pro Barrel, während omanisches Öl mit 160 Dollar ein Rekordhoch erreichte. In den USA kletterte der Benzinpreis um 35 Prozent auf 3,96 Dollar pro Gallone, und in Singapur verdreifachte sich der Dieselpreis fast auf 256 Dollar pro Barrel. Auch die Kerosinpreise verdoppelten sich und belasteten die Luftfahrtbranche schwer.
Europa sah sich mit massiven Gasengpässen konfrontiert, besonders in Frankreich, Österreich und Italien. Die Preissprünge vertieften die Unsicherheit auf den Märkten des gesamten Kontinents. Als Reaktion schlug Truger eine Reihe von Notfallmaßnahmen vor, um die Volkswirtschaften vor den Folgen des Konflikts zu schützen.
Er forderte die vorübergehende Aussetzung der Schuldenbremse, um den Regierungen mehr Spielraum für Ausgaben zu verschaffen. Durch die Aktivierung der Notfallklausel der Schuldenbremse, so sein Argument, könnten gezielte und befristete Hilfen für Haushalte und Unternehmen in Schwierigkeiten ermöglicht werden. Zudem regte Truger an, die Preisbremsen für Gas, Öl und Strom wieder in Kraft zu setzen – bei gleichzeitiger Förderung von Energiesparmaßnahmen. Der Grundbedarf würde subventioniert, während ein höherer Verbrauch weiterhin teuer bliebe.
Um den Inflationsdruck zu mildern, empfahl er eine steuerfreie, einmalige Inflationsausgleichsprämie. Diese würde es ermöglichen, Arbeitnehmern pauschale Zahlungen zukommen zu lassen, ohne eine Lohn-Preis-Spirale anzufachen. Truger betonte, dass Regierungen und Sozialpartner zusammenarbeiten müssten, um eine galoppierende Inflation zu verhindern.
Darüber hinaus schlug er Preisobergrenzen für grundlegende Güter vor, um übermäßige Preisanstiege zu stoppen. Für EU-Länder mit geringer finanzieller Schlagkraft sprach er sich für gemeinsame Unterstützungsmechanismen aus, um ihnen die Bewältigung der Krise zu erleichtern. Ein gut konzipiertes Maßnahmenpaket, so Truger, könnte zudem den Druck auf die Europäische Zentralbank verringern und unnötige Zinserhöhungen vermeiden, die die wirtschaftliche Erholung ersticken würden.
Trugers Vorschläge zielen darauf ab, die Märkte zu stabilisieren und die besonders gefährdeten Volkswirtschaften vor den Folgen des Golfkonflikts zu schützen. Falls umgesetzt, könnten die Maßnahmen langfristige Schäden begrenzen und gleichzeitig die Inflation unter Kontrolle halten. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie schnell Regierungen und EU-Institutionen seine Empfehlungen aufgreifen.






