Gewerkschaften kämpfen gegen rechtsextreme Einflüsse bei Betriebsratswahlen 2026

Verdi-Chef gegen rechte Trends in Unternehmen - Gewerkschaften kämpfen gegen rechtsextreme Einflüsse bei Betriebsratswahlen 2026
Betriebsratswahlen 2026 in Deutschland: Gewerkschaften wehren sich gegen rechtsextreme Einflüsse
Die anstehenden Betriebsratswahlen in Deutschland, die von März bis Mai 2026 stattfinden, stehen im Fokus der Öffentlichkeit – insbesondere wegen möglicher rechtsextremer Einflüsse. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), eine der größten Gewerkschaften des Landes, setzt sich aktiv dafür ein, Kandidaten mit Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen von ihren eigenen Listen auszuschließen. Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke warnt, dass die Präsenz rechtsextremer Kräfte in Betrieben zwar noch begrenzt sei, die Gefahr einer Unterwanderung in einigen Branchen jedoch wachse.
Die Wahlen finden an mehreren Terminen statt, wobei die meisten Nominierungen bis Mitte Februar eingereicht werden müssen. Der Hauptwahltermin ist der 18. März 2026. In anderen Bereichen, etwa bei den Personalräten im öffentlichen Dienst Bayerns, werden die Wahlen erst im Juni stattfinden. Die Bemühungen von ver.di kommen zu einer Zeit, in der die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) versucht, ihren Einfluss in Betrieben auszubauen – insbesondere in Branchen wie der Automobilzulieferindustrie, wo rechtsextreme Listen bereits Erfolge verzeichnen konnten.
Werneke betont, dass rechtsextremes Gedankengut in den meisten Betriebsräten und Gewerkschaften noch keinen Fuß gefasst habe. Gleichzeitig räumt er ein, dass ein nicht unerheblicher Teil der Gewerkschaftsmitglieder die AfD wählt, auch wenn die Partei innerhalb der Gewerkschaftsstrukturen selbst nur vereinzelt vertreten ist. Die Tatsache, dass in vielen Unternehmen überhaupt keine Betriebsräte existieren, erschwert zudem die Gegenwehr gegen rechtsextreme Bestrebungen.
Über die Wahlen hinaus kritisiert Werneke die Kürzungen bei öffentlichen Dienstleistungen durch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Diese belasteten die Kommunen und schwächten demokratische Strukturen, so der Gewerkschafter. Zudem fordert er die demokratischen Parteien auf, ihren Widerstand gegen die AfD zu verstärken – besonders in ländlichen Regionen, wo die Partei zunehmend an Zuspruch gewinnt.
Die Betriebsratswahlen 2026 werden zeigen, wie wirksam die Gewerkschaften rechtsextreme Einflüsse in deutschen Betrieben eindämmen können. Während ver.di darauf hinarbeitet, die Kandidatenlisten frei von extremistischen Verbindungen zu halten, plädiert Werneke für ein breiteres politisches Engagement, um der wachsenden Anziehungskraft der AfD entgegenzuwirken. Das Ergebnis der Wahlen könnte die Arbeitsbedingungen und die demokratische Teilhabe in Schlüsselbranchen auf Jahre hinaus prägen.

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