04 May 2026, 21:15

Gericht weist Verleumdungsklage gegen First-Nations-Dachverband ab

Zwei Personen sitzen sich gegenüber an einem Tisch mit einem Hut und Papieren, während ein Papier an der Wand hinter ihnen hängt.

Gericht weist Verleumdungsklage gegen First-Nations-Dachverband ab

Verleumdungsklage gegen indigenen Dachverband in British Columbia abgewiesen

Eine von Pat Morton, der Ehefrau des Bürgermeisters von Quesnel, eingereichte Verleumdungsklage gegen die Union of BC Indian Chiefs (Dachverband der First Nations in British Columbia) ist vom Obersten Gerichtshof der Provinz abgewiesen worden. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen Vorwürfe, Morton habe ein umstrittenes Buch verbreitet, das die Misshandlungen in kanadischen Residential Schools verharmlose. Richterin Jasmin Ahmad urteilte, dass die Äußerungen des Verbandes als berechtigte Meinungsäußerung zu einer Angelegenheit von öffentlichem Interesse geschützt seien.

Wie die Canadian Press am 4. Mai 2026 berichtete, begann der Streit, als der Verband Anfang 2026 einen Brief an den Stadtrat von Quesnel schickte. Darin protestierte er gegen eine Einladung an Frances Widdowson, eine Mitautorin des Buches Grave Error („Schwerer Irrtum“), das historische Berichte über Gräuel in den Residential Schools infrage stellt. Der Verband bezeichnete die Veröffentlichung als „äußerst gefährlich“ und warf ihr vor, dokumentierte Fälle von sexualisierter Gewalt, medizinischen Experimenten und Todesfällen zu bagatellisieren.

Pat Morton, die das Buch weitergegeben hatte, verklagte den Verband wegen Verleumdung. Richterin Ahmad kam jedoch zu dem Schluss, dass die Kritik des Verbandes unter den Schutz der Meinungsfreiheit falle. Zudem sei ein etwaiger Schaden für Mortons Ruf als gering einzustufen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In einem separaten Vorfall war Widdowson im Januar 2026 von Beamten der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) vom Gelände der University of British Columbia entfernt worden. Sie hatte dort ihre Ansichten propagiert und die Kontroverse damit weiter angeheizt.

Mit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs von B.C. muss der Verband keine rechtlichen Konsequenzen für seine Aussagen befürchten. Die Entscheidung stärkt den Schutz öffentlicher Stellungnahmen zu Fragen von historischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Die Klage Mortons wurde nach dem Protection of Public Participation Act (Gesetz zum Schutz der öffentlichen Teilhabe) von British Columbia abgewiesen.

Lesen Sie auch:

Quelle