Gericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Julian HartmannGericht stoppt Spiegel-Bericht über Christian Ulmen und Deepfake-Skandal
Ein deutsches Gericht hat gegen den Spiegel eine einstweilige Verfügung wegen dessen Berichterstattung über den Schauspieler Christian Ulmen erlassen. Das Urteil untersagt dem Magazin, bestimmte Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Deepfake-Skandal zu veröffentlichen. Unterdessen fordern Politiker strengere Gesetze gegen den Missbrauch von KI und eine verbindliche Identitätsprüfung im Netz.
Das Hanseatische Oberlandesgericht hat dem Spiegel untersagt, zu behaupten, Christian Ulmen habe KI-generierte Fake-Pornografie mit seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, erstellt oder verbreitet. Wie das Gericht am Dienstag entschied, gebe es keine ausreichenden Beweise für diese konkreten Vorwürfe. Zudem darf das Magazin nicht aus einer 50 Jahre alten E-Mail zitieren, die Ulmen an seinen Anwalt geschickt hatte – diese wurde als Teil seines Privatlebens eingestuft.
Der Spiegel bleibt es jedoch gestattet, über Fernandes’ Vorwürfe der körperlichen Gewalt gegen Ulmen zu berichten. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derzeit separat wegen der Vorwürfe häuslicher Gewalt.
Ulmens Anwälte argumentierten, die ursprüngliche Berichterstattung des Spiegels habe eine überzogene Medienberichterstattung und eine einseitige öffentliche Debatte ausgelöst. Der Fall fällt in eine Zeit, in der Bundespolitiker und Landesvertreter schärfere Maßnahmen gegen digitale sexualisierte Gewalt fordern. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) plant eine Verschärfung des Strafrechts gegen nicht einvernehmliche Deepfakes. Auch SPD-Chefin Bärbel Bas und die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang verlangen strengere KI-Regulierungen, während der CDU-Politiker Daniel Günther für eine Pflicht zur Klarnamennutzung im Internet plädiert.
Die Gerichtsentscheidung begrenzt, was der Spiegel über Ulmen und die Deepfake-Vorwürfe veröffentlichen darf. Die Ermittlungen zu den Vorwürfen häuslicher Gewalt gegen ihn laufen unterdessen weiter. Gleichzeitig wächst der politische Druck für Reformen, die digitalen Missbrauch und die Verantwortung im Netz stärker ahnden sollen.






